Australier gleitet am schnellsten durchs Erzgebirge

Sport Matthew Scutter gewinnt erste Etappe der Segeflugwoche in Großrückerswalde

Großrückerswalde. 

Aufgereiht wie bei der Startaufstellung eines Formel-1-Rennens stehen sie da. Es handelt sich allerdings nicht um schnelle Autos, sondern um die grazilen Segelflugzeuge der 15 Starter, die an der Großrückerswalder E2Glide-Woche teilnehmen und darauf warten, von Schleppflugzeugen hinauf gen Himmel gezogen zu werden. Aus Australien, Großbritannien, Slowenien, Italien und mehreren Teilen Deutschlands sind sie angereist, um im Erzgebirge sieben Tage lang ihr Können unter Beweis zu stellen. Bei ihren "Rennutensilien" handelt es sich nicht um traditionelle Segelflieger, weil sie über kleine Elektromotoren verfügen, die bei ausbleibender Thermik einen kleinen Propeller an der Spitze des Flugzeugs antreiben. So sind die Piloten auch bei schlechterem Wetter sicher unterwegs.

Der Wettkampf könnte ein Durchbruch sein

"Alle europäischen Segelflugzeughersteller sind vor Ort vertreten", freut sich Organisator Markus Uhlig vom Fliegerclub Großrückerswalde über die tolle Resonanz: "Damit stellt unser Event wahrscheinlich den Durchbruch der Elektroflugzeuge in der Segelfliegerwelt dar." Sogar der Erfinder des E2Glide ist höchstpersönlich mit am Start. Die Rede ist von Luka Znidarsic, der sich sein Leben lang dem Fliegen widmet. Schon als Kind habe der mittlerweile 43 Jahre alte Slowenier Modellsegler gebaut und sei übrigens bereits damals zur Erkenntnis gelangt, dass kleine Motoren an der Spitze des Rumpfs besser funktionieren als größere hinter dem Cockpit. Ausgegraben hat er die Idee aber erst wieder, als ihn seine Frau Jahrzehnte später immer wieder von sogenannten Außenlandungen abholen musste. Diese müssen traditionelle Segelflieger vornehmen, wenn es keine aufsteigenden Luftmassen gibt, die sie wieder nach oben tragen.

Motoren beweisen ihren Nutzen

Auch am Samstag blieb beim Auftakt der E2Glide-Woche in Großrückerswalde die erhoffte Thermik aus. "Mit normalen Segelfliegern hätten wir gar nicht starten können", sagt Markus Uhlig. Doch dank der Unterstützung der kleinen Elektromotoren, die bei diesem Wettkampf bis zu einem gewissen Grad genutzt werden können, ging die erste Tagesetappe trotzdem über die Bühne. Über die Wendepunkte bei Hartenstein, Großhartmannsdorf und Wolkenstein hatten die Teilnehmer 113,8 Kilometer zurückzulegen. Nach nicht einmal anderthalb Stunden kam Luka Znidarsic als einer der ersten ins Ziel. Den Sieg musste er jedoch Matthew Scutter aus Australien überlassen. Fortgesetzt wird der Wettkampf erst am Montag, denn gegen den Regen am Sonntag waren auch die kleinen Motoren machtlos.