Barfuß den Kammweg bewandern? Das geht!

Leute René Scholz lief 220 Kilometer auf nackten Sohlen

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René Scholz hatte auf dem Weg viel Zeit zum Nachdenken und ist vom Kammweg total begeistert. Foto: Ilka Ruck

Rothenthal. Er ist wieder da und hat jede Menge Erlebnisse im Gepäck: René Scholz ist barfuß den Kammweg Erzgebirge-Vogtland gelaufen. Gestartet in Blankenstein in Thüringen ging es auf 284 Kilometern überwiegend auf naturbelassenen Wegen nach Geising im Osterzgebirge.

"Barfuß waren es 220 Kilometer. Nachdem ich mir eine Blase gelaufen hatte, ging es erst einmal sechs Kilometer in Schuhen weiter und 58 Kilometer in Flipflops. Ich hatte keine richtige Karte mit und versuchte mich mit Hilfe der Wergschilder und Wandertafeln zu orientieren, was teilweise schwierig war und mich teils vom Weg abbrachte. Aber ich habe immer zurück gefunden - irgendwie", verrät René.

Die Stille der Natur ist ein Genuss

Die ersten beiden Tage waren bedingt durch das Wetter, kleine Herausforderungen. Und trotzdem hat der 32-Jährige die Strecke in neun statt zehn Tagen gemeistert und meint: "Für mich persönlich war die ganze Sache ein Erfolg. Ich konnte extrem viel nachdenken und mich mit vielen Problemen auseinandersetzen. Interessant war auch, dass ich in den beiden Anfangstagen noch Musik während des Laufens gehört habe und später auf diese verzichtete, da diese Stille und Natürlichkeit des Waldes einfach fantastisch war. Auch die unterschiedlichen Facetten unserer schönen Heimat sind bemerkenswert und die grandiosen Ausblicke die Mühen wert. Was das Barfußlaufen angeht muss ich sagen, dass es ging und der Weg machbar ist."

Die Motivation waren jeden Tag wieder da

Ein tolles Erlebnis war für ihn das 80-jährige Rentnerpaar, was den Kammweg derzeit komplett läuft und anscheinend auch schon jeden anderen großen Wanderweg in Deutschland gelaufen ist.

"Ich bin überglücklich, dass ich diese Erfahrung gemacht habe und trotz meines Knies bis zum Ende kam. Und ohne Mist, fast jeden Abend habe ich mich gefragt was das soll. Am nächsten Morgen jedoch bin ich aufgestanden und war wieder motiviert zum Weiterlaufen", so das Fazit des Erzgebirgers.