Barfußschuh-Erfinderin kehrt zurück ins Erzgebirge

Wirtschaft Firma "Senmotic" nun in Bad Schlema

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Inhaberin Sindy Demann beim Verpacken der Barfußschuhe. Foto: ERZ-Foto / Dostmann

Bad Schlema. Nachdem Sindy Demann etliche Jahre in Leipzig tätig war, ist sie im März 2017 mit ihrer Firma "Senmotic" zurück nach Bad Schlema ins Erzgebirge gezogen. "Hier habe ich 40 Prozent weniger Lebenshaltungskosten, die Natur ist in unmittelbarer Nähe und ich bin mit meiner Heimat verbunden", sagt sie.

Die 38-Jährige betreibt das einzige Unternehmen, welches Barfußschuhe in Deutschland produzieren lässt. Das Besondere: Die Sohlen der Schuhe lassen sich außerdem wechseln. Die gebürtige Auerin hat den Beruf der Faszientherapeutin erlernt und seit 2003 eine eigene Praxis in Aue betrieben. Drei Jahre später zog sie nach Leipzig. In der Messestadt hat sie eine neue Praxis eröffnet und musste sich erst einmal einen neuen Kundenstamm aufbauen.

Sie hat das Problem selbst in die Hand genommen

"Bei meiner Arbeit habe ich festgestellt, dass ein Großteil meiner Patienten verformte Füße hatte. Ich wollte ihnen deswegen mit gesunden Schuhen weiterhelfen", erinnert sich Sindy Demann. Das Problem dabei: In ganz Deutschland gab es nicht einen einzigen Hersteller. Deswegen entschied sie 2009 mit ihrem Ex-Mann Frank Demann, selber solche Schuhe zu vertreiben.

Wegen fehlendem Fachpersonal und zu hohen Investitionskosten wollten sie die Schuhe aber nicht selbst herstellen. Mit der Weißenfelser Panther-Schuh GmbH haben sie innerhalb weniger Wochen einen Schuhhersteller gefunden.

Was ist eigentlich ein Barfußschuh?

Im Jahr 2010 wurden schließlich 16 verschiedene Modelle entwickelt. Sie durften keinen Absatz haben, mussten sehr leicht sein und außerdem eine dünne Sohle haben, damit der Käufer den Untergrund spürt. Aus diesem Grund werden die Schuhe auch Barfußschuhe genannt. Im Februar 2011 wurde schließlich die Produktion gestartet und der Online-Shop eröffnet.

"In den ersten Monaten haben wir leider nur wenige Schuhe verkauft und uns daraufhin erst einmal um das Marketing gekümmert", berichtet Frank Demann. Daraufhin begann eine positive Entwicklung, die 2017 zu 7000 verkauften Schuhen und einem Umsatz von 750.000 Euro führte. Die Barfußschuhe kosten zwischen 120 und 230 Euro. Insgesamt stehen mittlerweile 70 verschiedene Modelle zur Auswahl. Für 2018 wird ein Umsatz von über einer Millionen Euro angestrebt.