Baumarkt-Aus im Erzgebirge: Traditionsunternehmen Lorenz in Schwarzenberg schließt nach mehr als 34 Jahren

Mehr als drei Jahrzehnte war der Markt eine feste Adresse für Heimwerker, Handwerker und Familien. Nun steht fest, wann endgültig Schluss ist.

Schwarzenberg/Erzgeb.

Für viele Menschen im Erzgebirgskreis ist es eine Nachricht mit viel Gewicht. Eines der bekanntesten inhabergeführten Handelsunternehmen der Region kündigt sein Ende an.

Baumarkt eröffnete 1992

Der Lorenz Baumarkt gehört seit Jahrzehnten zum Stadtbild in Schwarzenberg. Seit der Eröffnung Anfang der 1990er-Jahre entwickelte sich das Unternehmen nach eigenen Angaben zu einer Anlaufstelle für Heimwerker, Handwerksbetriebe und Familien.

Großer Baumarkt in der Region

Das Familienunternehmen stand dabei unter dem Motto „Der Baumarkt für die ganze Familie“. Neben dem klassischen Baumarktangebot wuchs der Standort im Lauf der Jahre deutlich. Hinzu kamen ein Gartencenter, eine Tierbedarfsabteilung, ein Onlineshop, ein Babymarkt sowie das Spielzeugland. Dieses entwickelte sich nach Unternehmensangaben zum größten Spielwarenfachgeschäft im Erzgebirge. Der Baumarkt umfasst 8.000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf drei Etagen.

Schließung zum 31. Dezember

Nun teilte das Unternehmen mit, dass der Baumarkt zum 31. Dezember 2026 endgültig schließt. Bis dahin soll der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiterlaufen. Die Geschäftsführung erklärt, dass der Markt bis zum letzten offiziellen Geschäftstag in gewohnter Qualität fortgeführt werde. Zudem betont das Unternehmen, alle bestehenden Verpflichtungen geordnet und verlässlich erfüllen zu wollen.

Wirtschaftliche Lage als zentraler Grund

„Diese Entscheidung fällt uns außerordentlich schwer. Der Lorenz Baumarkt war für unsere Familie nie nur ein Unternehmen, sondern ein fester Teil unseres Lebens“, erklären die Geschäftsführer Siegbert und Chris-Patrick Lorenz. Als wesentliche Ursachen nennt das Unternehmen die deutlich verschärften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre.

Hohe Kosten durch Energiekrise

Seit Beginn der Energiekrise im Jahr 2021 hätten sich die Kosten für Strom und Gas zeitweise mehr als verdoppelt. Für ein mittelständisches Handelsunternehmen mit großen Verkaufs- und Lagerflächen sei das eine erhebliche Belastung gewesen.

Gleichzeitig hätten Inflation und steigende Lebenshaltungskosten zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung geführt. Nach Unternehmensangaben wurden viele Investitionen in Haus und Garten verschoben. Auch Kurzarbeit und wirtschaftliche Unsicherheiten im Erzgebirgskreis hätten die Lage zusätzlich verschärft.

Gesundheitliche Gründe

Neben den geschäftlichen Faktoren nennt das Unternehmen auch persönliche Gründe. Aus gesundheitlicher Sicht sei die Fortführung des kräftezehrenden Alltagsgeschäfts für die Inhaber nicht mehr tragbar.

Weihnachten soll noch einmal besonders werden

Bis zur Schließung will sich das Unternehmen nicht still verabschieden. Für die kommenden Monate kündigt die Geschäftsführung ein besonderes Finale an. So soll die Weihnachtssaison noch einmal mit dem Weihnachtsmarkt und dem traditionellen Weihnachtsbaumverkauf stattfinden. Auch das Spielzeugland soll zur Saison mit aktueller Saisonware und neuen Trendprodukten starten.

Räumungsverkauf geplant

Parallel dazu ist ein schrittweiser Räumungsverkauf geplant. Kunden sollen dabei die Möglichkeit erhalten, Restbestände zu Sonderkonditionen zu kaufen.

Wie es ab 2027 mit dem Areal in Schwarzenberg weitergeht, ist nach Angaben des Unternehmens noch offen.

Dank an Mitarbeiter und Kunden

Die Inhaberfamilie dankt besonders der Belegschaft. Die Mitarbeiter hätten den Markt über Jahrzehnte mit Fachwissen, Einsatz und Herzlichkeit geprägt. Der Dank richtet sich außerdem an die treuen Kunden, regionale Handwerksbetriebe, Lieferanten und Partner.

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