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Bei Gott im Schatten stehen

Das Wort zum Sonntag von Pastor Klaus Leibe

Der Begriff des Schattens wird in unserer Umgangssprache vorwiegend mit Negativem, Unangenehmen verbunden: Auf der Schattenseite des Lebens stehen, ein Schattendasein fristen, im Schatten anderer Menschen stehen, vom Schatten der Vergangenheit eingeholt werden, nicht über den eigenen Schatten springen können - alle diese Redewendungen signalisieren Grenzen und Hemmungen im Leben.

"Bei Gott im Schatten stehen" bedeutet nicht: ein kümmerliches Dasein fristen. Sein Schatten fällt nicht dunkel und bedrohlich auf uns. Gott beschattet uns nicht in aufdringlicher und peinlicher Weise. Er lässt uns in der Hitze des Lebens Rast und Erquickung finden in seiner Nähe.

Wer so in Gottes erquickendem Schatten stehen darf, muss sich auch vor dem eigenen Schatten nicht mehr erschrecken. Wir werden das Versagen, das uns bewusst wird, die Schuld, die uns anklagt, nicht los durch Verdrängen und Vergessen, so wenig wir unseren Schatten davonlaufen können. Aber Gott lässt uns mit dem Dunklen in unserem Leben in seinen Schatten treten. Er lässt uns durch das Evangelium sagen, dass Jesus Christus für uns die Schuld getragen hat. Sie ist uns vergeben.

Gott ist unser Schatten vor der Hitze in den Anfechtungen und Prüfungen des Lebens. "Unter dem Schatten seiner Flügel" geborgen, werden wir sie bestehen (Psalm 91).