Bergbaumuseum präsentiert Schauplatz "KohleBoom"

Landesausstellung Eröffnung der Landesausstellung - ein besonderer Tag für Oelsnitz

Oelsnitz. 

Oelsnitz. Die 4. Sächsische Landesausstellung "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" ist eröffnet - die Ausstellung ist für Besucher vom 11. Juli bis zum 31. Dezember 2020 zu sehen. Neben der Zentralausstellung im Zwickauer Audi-Bau gibt es sechs authentische Schauplätze der sächsischen Industriegeschichte. Dazu gehört das Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge, wo alles unter der Überschrift "KohleBoom" steht. Museumsleiter Jan Färber spricht von einem ganz besonderen Tag, auf den man lange hingearbeitet hat: "Es ist ein vollkommen neue Ausstellung und ein Quantensprung gegenüber den letzten Ausstellungen. Erstmals wird die Geschichte des sächsischen Steinkohlebergbaus in der Form gezeigt. Das gab es so noch nie." Man hat während der Vorbereitung wissenschaftlich gearbeitet und Ergebnisse zu Tage gefördert, welche die Bedeutung des Steinkohlebergbaus im Rahmen der Industrialisierung zeigen." Neu ist die Halle 19 - dort können Besucher anhand eines Zeitstrahls die Geschichte nachvollziehen. Die Landesausstellung jetzt ist ein Vorgeschmack auf das, was Besucher ab 2023 nach Fertigstellung der Sanierung und Umgestaltung des Museums erwartet.

Bernd Birkigt, Bürgermeister von Oelsnitz sagt: "Das Thema war schon lange vor meiner Amtszeit präsent, einmal einen Teil der Landesausstellung nach Oelsnitz zu holen. An einem Tag, wo so etwas in Erfüllung geht, freut man sich natürlich für die Stadt, für die Region. Oelsnitz steht ja nicht nur als Stadt für den Kohle-Boom, sondern als Vertreter für das gesamte Revier. Wir sind stolz, dass die Menschen im ehemaligen Oelsnitz-Lugauer Kohlerevier jetzt Repräsentanten sind für die Industrialisierung Mitteldeutschlands." Persönlich ist Birkigt gespannt auf die anderen Ausstellungsteile und verbindet die Hoffnung, dass viele Besucher den Weg nach Oelsnitz finden und die Sonderausstellung sehen, die speziell für die Landesausstellung konzipiert worden: "Besucher bekommen zudem einmalige Einblicke in das Bergbaumuseum, wie es vorher nicht möglich war und wie es danach wahrscheinlich auch nie wieder möglich wird. Durch die Baumaßnahmen haben wir Teile der Gebäude angeschnitten. Es ist faszinierend, wie die Werkanlagen vor 100 Jahren errichtet worden sind." Das Stadtoberhaupt sagt auch: "Es muss es uns wert sein, die Geschichte aufzuarbeiten aber nicht mit dem Blick zurück. Wir reden über die Zeit der Industrialisierung, einer Zeit der Umbrüche und Unsicherheiten für die Menschen. Daraus sollen wir lernen. Die Menschen damals haben es geschafft, da schaffen wir die Umbrüche jetzt vom Industriezeitalter in das digitale Zeitalter auch." Als Oelsnitzer und Leiter der Bergmusikkorps "Glück Auf" Oelsnitz - Die Oelsnitzer Blasmusikanten ist Tilo Nüßler stolz, dass die Stadt einen Teil der Landesausstellung präsentiert: "Ich hätte mich sehr gefreut, wenn die Halle 18 mit rekonstruiert und in Betrieb gegangen wäre. Doch leider ist das nicht der Fall. Doch das, was in Oelsnitz geschaffen wurde, ist hervorragend." Die Musiker haben heute zur Eröffnung im Außengelände des Bergbaumuseums gespielt.

Die Oelsnitzer haben im Fünf-Jahres-Rhythmus schon einige sächsische Highlights in der Stadt erlebt: 2010 den Tag der Sachsen, 2015 den Sächsischen Familientag und die Sächsische Landesgartenschau, 2020 jetzt einen Schauplatz der Landesausstellung und 2025 hat man erneut Großes vor als Teil einer Gemeinschaft, nämlich Europäische Kulturhauptstadt werden mit Chemnitz.