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Bergbauverein geht 500 Jahre in der Zeit zurück

Erzwäsche Erzwäsche wird auf Fundgrube Wolfgangmaßen gezeigt

Neustädtel. 

Neustädtel. Auf der Fundgrube Wolfgangmaßen in Neustädtel ist eine historische Erzwäsche vom Schneeberger Bergbauverein neu aufgebaut worden. Es ist fast ein bisschen, wie bei Aschenputtel - die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.

In der Zeit zurück am Bergstreittag

Bei der Erzwäsche, die zur Säuberung und Aufbereitung als Vorstufe zum Verhütten des gewonnenen Erzgesteins dient, werden Materialien voneinander getrennt. Nur das in dem Fall keine fleißigen Tauben dahinterstecken, sondern eine ausgefeilte und doch vom Prinzip her einfache Technik, die sich über die Jahre hinweg immer weiter entwickelt hat. Und genau diese Entwicklung wird auf der Fundgrube Wolfgangmaßen, wo der Bergbauverein Schneeberg die einstige Erzwäsche wieder aufgebaut hat, praktisch gezeigt, auch zum Bergstreittag.

Volkmar Müller, Vorsitzender des Bergbauvereins sagt: Was wir zeigen, deckt eine Zeit von rund 500 Jahren ab beginnend im 15. Jahrhundert bis heute. Die Erzwäsche ist deutschlandweit einmalig und vermutlich auch im gesamten deutschsprachigen Raum. Was historische, öffentliche Anlagen angeht, ist Wolfgangmaßen die einzige. Das Besondere: man hat Setzwäsche und Herdwäsche zusammen und stellt verschiedene Generationen dar.

Genau wie damals

Die Aufbereitung, so Müller weiter, habe man in Originalgröße nachgebaut, wie sie auf der Fundgrube bis 1927 in Betrieb gewesen ist. Dort wird ganz feines Material gewaschen. Müller erklärt: Man kann ganz schlecht die Erzkörnchen mit der Hand rauslesen. Auf der Anlage wird mit Wasser nach Gewicht getrennt. Das schwere Material setzt sich oben ab und das leichte wird weggespült. Der Waschprozess wird so lange durchgeführt, bis alles, was nicht gebraucht wird, weg ist.

Als dritter Vorgang wird ein Kübel aufgestellt und das Erz vom Einkehrherd weg dort hineingekehrt. Den Bereich der Setzwäsche nutzt man für grob verwachsenes Gestein, welches bereits auf zirka 2 bis 8 Millimeter zerkleinert wurde. Dort heißt das Prinzip: Siebsetzen. Müller erklärt dazu: ?Es wird ein Sieb, das so fein ist, dass nichts durchfallen kann, mit Material gefüllt. Dann wird dieses Sieb pulsierend im Wasser auf und ab bewegt.

Das schwerere Erz setzt sich unten ab und das restliche Material kann oben abgestrichen werden. Gleich daneben steht eine Setzmaschine, eine Entwicklung aus dem 19. Jahrhundert. Mit deren Hilfe wird der gleiche Prozess durchgeführt. Aufgebaut hat man auch einen Querstoßherd, allerdings ist der noch nicht funktionstüchtig. Es fehlt noch der Antrieb und Kleinigkeiten drum herum, so Müller.

Wunsch: Pochwerk soll aufgebaut werden

Für die Zukunft hat am den Wunsch, eventuell das Pochwerk mit neun Stempeln, das früher im Nebenraum war, wieder aufzubauen. Wir können uns sehr viel aus Quellen, Zeichnungen und Beschreibungen holen?, so Müller, aber die eigentlichen Tricks der Bergleute, da sind wird gerade dabei, sie uns anzueignen. Die Bergleute hatten einfach das Gefühl fürs Erz, so Müller.

Die Fundgrube Wolfgangmaßen steht als Objekt mit auf der Liste für die Bewerbung zum Unesco Weltkulturerbe. Die Fundgrube Wolfgangmaßen ist diesen Samstag 10 bis 17 Uhr und Sonntag 10 bis 16 Uhr geöffnet. Gezeigt wird historisches Handwerk. Darunter das Wismut-Schmelzen, das am Samstag 11 Uhr auf dem Programm steht. Was angefeuert wird, ist ein Griebenherd, der zur Teergewinnung dient.



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