Bergstadt lebt Geschichte

Tradition Das Bürgermeisterprivileg hat Schneeberg seit 350 Jahren

Schneeberg Die Bergstadt Schneeberg pflegt eine Tradition, die bis ins Jahr 1665 zurückreicht. Es sind jetzt genau 350 Jahre, das man der Stadt das Bürgermeisterprivileg verliehen und ein neues Wappen überreicht hat. Das gilt bis heute als eines der schönsten der erzgebirgischen Kommunen. Dieses besondere Ereignis hat man jetzt in Schneeberg zum 21. Öko- und Streuobstmarkt auch besonders gefeiert. Die Stadtbediensteten um Bürgermeister Ingo Seifert sind in historische Kleider geschlüpft und haben jene Zeit, als Kurfürst Johann Georg II mit seiner Gemahlin Magdalena Sibylle von Brandenburg-Kulmbach/Bayreuth in Schneeberg war, dargestellt und damit ein Stück Stadtgeschichte erlebbar gemacht. Selbst der Kurfürst ist mit seiner Gemahlin in einer Kutsche vorgefahren. Zur Tradition gehört es auch, dass der Bürgermeister durch den Oberförster zu Lauter ein Stück Wild und eine Bache oder ein Reh bekommt. Stadtoberhaupt Ingo Seifert fühlte sich sichtwohl in seiner Rolle: "Es ist ein schönes Gefühl, anderes als mit Anzug und Krawatte hier zu stehen. Das ist etwas Besonderes. Es gab auch keine Generalprobe für die Zeremonie, das ist alles live." Die Kostüme hatte man sich extra vom Theater in Zwickau ausgeliehen, um die Mitte des 17. Jahrhunderts authentisch darstellen zu können.