Berufe mit Zukunft

Ausbildung Industrie- und Handwerksbetriebe suchen Azubis

Ausbildung ist auch im Erzgebirge Trumpf und vor allem Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Lehrlingen. Um ihren Fachkräftebedarf zu decken, setzten die Betriebe auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Doch die jungen Leute tun sich schwer, einen Handwerksberuf zu erlernen. Das weiß auch der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Steffen Böttcher. Er sagt: "Das Interesse von Jugendlichen am Handwerk wird immer geringer. Welchen Stellenwert hat das Handwerk überhaupt in der Bevölkerung. Junge Leute wollen meist ihr Abitur machen und studieren. Kaum einer weiß, dass es im Handwerk zahlreiche Qualifizierungsmöglichkeiten und damit gute Chancen auf eine Karriere gibt. Man sollte wieder ausgebildeten Facharbeitern den gesellschaftlichen Stellenwert geben, den sie verdienen." Almut Beck ist die Geschäftsführerin der IHK Chemnitz Region Erzgebirge und sie gibt zu bedenken: "Auch im Industriebereich sind nicht alle Stellen besetzt und die Betriebe stehen untereinander im Wettbewerb. Letztendlich ist doch entscheidend, was ein Beruf inhaltlich bietet. Außerdem sollten Schwerpunkte gesetzt werden, zu denen der Arbeitsweg aber ebenso der Weg zur Schule und zur Kindertagesstätte gehören. Der größte Bedarf liegt nun mal im Facharbeiterbereich. Dies müssen wir verstärkt in die Schulen und ins Elternhaus bringen." Trotz der großen Auswahl an Lehrstellen und der hohen Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen findet nicht jeder Jugendliche eine Stelle und nicht jeder Meister seinen Lehrling. Zu den gemeldeten Top-Ten-Berufen gehören Zerspanungs- und Werkzeugmechaniker, Köche, Einzelhandelskaufleute, Anlagenmechaniker Sanitär,- Heizung- und Klimatechnik, Verkäufer/in und Restaurantfachleute, Elektroniker sowie Industriemechaniker und Bürokaufleute. Laut Arbeitsagentur blieben bis zum Jahresende von 1.741 gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen 196 unbesetzt. "Um für ausreichend Nachwuchs zu sorgen, müssen wir gemeinsam mit Kammern und Handwerksbetrieben eine Lanze für das Handwerk brechen und junge Menschen für diese Berufe begeistern", betont auch Arbeitsagentur-Chef Siegfried Bäumler.