Beste sächsische Malergesellin aus Zschopau bestätigt einen Trend

Landeswettbewerb Katja Wittig setzt mit ihrem Titel Zeichen für aufstrebende weibliche Zunft

Zschopau. 

Zschopau. Oft wird das Handwerk für eine Branche gehalten, die der männlichen Zunft vorbehalten ist. "Aber der Trend geht in die andere Richtung. Sogar in der Zimmermann- und Dachdecker-Ausbildung gibt es immer mehr Mädchen", sagt Katja Wittig. Sie muss es wissen, denn sie selbst hat in den vergangenen drei Jahren die Berufsschule für Technik besucht. Allerdings hat sich die 19-jährige Zschopauerin dabei zur Malerin ausbilden lassen, denn das ist ihre ganze Leidenschaft. "Ich bin mit Bleistift, Buntstift und Pinsel aufgewachsen", sagt die Tochter von Malermeister Uwe Wittig, die ihrem Vater schon oft geholfen hat. Und eines Tages will sie das Familienunternehmen in dritter Generation übernehmen.

Ein imaginäres Café mit mediterranem Flair

Dass sie damit den richtigen Weg einschlägt, hat die Erzgebirgerin kürzlich beim Landesleistungswettbewerb der sächsischen Handwerksjugend im Berufsfeld Maler/Lackierer bewiesen. Katja Wittig malt nicht nur gern, sie ist auch noch extrem gut darin. Dies zeigt nicht nur ihre Praxisnote von 1,1 für ihr Gesellenstück. Im Vergleich der besten sechs Malergesellen des Freistaats bewertete die Jury ihr Werk mit der höchsten Punktzahl. Mit ihrer harmonischen, vielseitigen und handwerklich nahezu perfekten Arbeit konnte sie die Experten überzeugen. "Thema war, ein Café zu gestalten", berichtet die Zschopauerin, die sich für eine gemütliche Variante mit mediterranem Flair entschied.

"Dieser Beruf ist so vielfältig"

Natürlich war kein ganzer Raum zu gestalten - dies wäre in 20 Stunden, verteilt auf drei Tage, gar nicht möglich gewesen. Stattdessen musste einzelne Platten stilvoll hergerichtet werden. Dies gelang Katja Wittig - nicht nur mit ihren warmen Farben, sondern auch mit der Oberflächenbeschaffenheit und den sich dabei ergebenden Mustern. "Die Spachteltechnik liegt mir gut", sagt die 19-Jährige, die in eingefärbte Spachtelmasse das Muster geprägter Tapeten integrierte und dann die Lasur auftrug. "Dieser Beruf ist so vielfältig", betont die Siegerin, die sich nun auf die Meisterausbildung und den Bundeswettbewerb freut. Sie steht stellvertretend für die aufstrebende weibliche Zunft. Schließlich handelte es sich bei vier der sechs Teilnehmer am Landeswettbewerb um junge Damen.