Betrieb verkauft Kartoffeln nicht mehr vom Hof

Personalmangel Bielataler beliefern nur noch Kartoffellager in Großwalthersdorf - Menge und Qualität der Knollen stimmen

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Karin Matthes prüft die Qualität von Kartoffeln vor der Ernte. Foto: jag

Pfaffroda. Karin Matthes ist mit der Menge und der Qualität der Kartoffelernte in diesem Jahr zufrieden. Sie arbeitet als geschäftsführende Gesellschafterin des Agrarbetriebes Bielatal. Demnach gruben die Pfaffrodaer etwa 400 Dezitonnen aus der Erde.

Als besonders bedauerlich empfindet sie es, dass die Ernte dieses Jahr erstmals nicht direkt auf dem Hof verkauft werden kann. "Wir schaffen das personaltechnisch leider nicht mehr", erklärte sie. Die Ursachen dafür liegen bereits zwei Jahre zurück. Damals sank der Milchpreis auf bis zu 22 Cent pro Liter. Das brachte den Agrarbetrieb in enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten. "Darauf mussten wir mit der Reduzierung des Personals reagieren", sagte Karin Matthes.

Von den damals etwa 30 Mitarbeitern sind nur noch 14 und vier Lehrlinge geblieben. Außerdem gingen die Pfaffrodaer eine Kooperation mit der Agrargenossenschaft Voigtsdorf ein. "Das war die beste Lösung. Sie hat uns gerettet", so die Chefin. Übrigens ging, wie sie versicherte, keiner der Angestellten in die Arbeitslosigkeit. Sie haben alle neue Arbeitsplätze gefunden.

Mittlerweile hat sich der Milchpreis laut Karin Matthes erholt. Er liegt bei etwa 36 Cent. Mit den Folgen des Verfalls haben die Landwirte jedoch heute noch zu kämpfen. Auf Pfaffrodaer Kartoffeln muss jedoch niemand verzichten. Es gibt sie im Kartoffellager Großwalthersdorf zu kaufen.