Betrunken nach der Disco: Übungsszenario bringt Einsatzkräfte und Schüler im Erzgebirge an Grenzen

Am Samstag probten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in Burkhardtsdorf einen schweren Verkehrsunfall nach einem Discobesuch. Die Übung dient der Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte sowie der Sensibilisierung von Jugendlichen.

Burkhardtsdorf

In Burkhardtsdorf fand am Samstag eine umfassende Verkehrsunfallübung statt, bei der ein Unfall nach der Disco im Mittelpunkt stand.

Ausbildung und Sensibilisierung

Die Übung sollte nicht nur als realistisches Einsatztraining für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei dienen, sondern zugleich auch der Aus- und Fortbildung der beteiligten Kräfte, insbesondere für neun Auszubildende.

Darüber hinaus war vorgesehen, Schüler für die Folgen schwerer Verkehrsunfälle und deren langfristige Auswirkungen zu sensibilisieren. Zugleich sollte den Schülern aufgezeigt werden, welche Gefahren das Fahren unter Alkoholeinfluss mit sich bringt. Die Großübung wurde durch den Rettungsdienst Falck organisiert.

Treffen an der Wache

Alle Einsatzkräfte trafen sich um 08.30 Uhr an der Feuer- und Rettungswache Burkhardtsdorf. Von dort aus erfolgte anschließend die Alarmierung zum vorgesehenen Übungsort an der Neveon Arena.

Hinweis an Schüler

Vor Beginn der Übung begrüßte Wachbereichsleiter Dirk Lemme die anwesenden Schüler und wies darauf hin, dass es sich um eine sehr realitätsnahe Darstellung handelt.

Sollte während der Übung jemand etwas nicht sehen können oder Unterstützung benötigen, stünden ausreichend Kräfte des Sanitätsdienstes vor Ort bereit.

Unfall nach einem Discobesuch

Im Mittelpunkt stand ein Verkehrsunfall, bei dem ein 16-jähriger Mopedfahrer nach der Disco betrunken in einen PKW fuhr. Dabei befanden sich im PKW drei Personen, die ebenfalls Verletzungen erlitten.

Der Mopedfahrer musste vor Ort reanimiert werden und überlebte schwer verletzt. Ein weiteres Unfallopfer erlitt eine Wirbelsäulenverletzung und wurde dadurch querschnittsgelähmt.

Besonders eindrücklich war dabei der Hintergrund des Betroffenen, denn es handelt sich um einen Feuerwehrmann, der selbst bei einem Motorradunfall 2007 eine Querschnittslähmung erlitten hat.

Aufgebrachte Mutter an der Einsatzstelle

Teil der Übung war auch, dass die Mutter des 16-Jährigen über Facebook von dem Unfall erfuhr und völlig aufgebracht an der Einsatzstelle erschien.

Dort musste sie im Verlauf der Lage von Rettungskräften beruhigt werden. Auch dieser Aspekt sollte die Einsatzkräfte auf belastende Situationen im Einsatz vorbereiten.

Realistische Ausbildungslage

Die Einsatzkräfte sollten bei der Übung die Versorgung und Rettung des Verletzten unter möglichst realitätsnahen Bedingungen trainieren. Dabei stand vor allem das Zusammenspiel von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Fokus.

Viele Kräfte beteiligt

Am Rettungsdiensteinsatz beteiligen sich drei RTW, ein KTW, neun Auszubildende, fünf Praxisanleiter und eine Notärztin. Insgesamt waren 22 Einsatzkräfte von Falck Rettungsdienst aus drei Rettungswachen im Einsatz. Die Feuerwehr Burkhardtsdorf war komplett eingebunden. Von der Polizei Stollberg nahm ein Streifenwagen an der Übung teil.

Schüler als Beobachter vor Ort

Als Zuschauer waren zudem Schüler aus den zehnten Klassen in Burkhardtsdorf und aus den zehnten Klassen in Auerbach vor Ort. Im Anschluss war eine Besichtigung der Einsatzfahrzeuge durch die Schüler geplant.

Statement der Schulleiterin

Schulleiterin Denise Kretschmann der Schule Auerbach/Erzgebirge sagte nach der Übung, dass die Schüler von der realitätsnahen Darstellung sichtbar beeindruckt gewesen seien. Auch wenn allen bewusst gewesen sei, dass es sich um ein gespieltes Szenario handelte, habe die Lage die Jugendlichen bewegt und ihnen deutlich gemacht, wie viele Kräfte bei einem solchen Einsatz zusammenarbeiten.

Sie hoffe, dass die Schüler vor allem mitnehmen, wie wichtig jede einzelne Aufgabe bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Betreuung sei und dass solche Einblicke vielleicht auch Hemmschwellen abbauen können, selbst später einen solchen Berufsweg einzuschlagen oder sich bei der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren.

Zur Teilnahme an der Übung sei die Schule eingeladen worden, nachdem Wachbereichsleiter Dirk Lemme gemeinsam mit dem Vater eines Schülers, der bei den Einsatzkräften im Dienst ist, auf sie zugekommen sei. Nach Angaben der Schulleiterin waren 30 Schüler vor Ort. Die Schulleiterin sagte, dass 40 angemeldet gewesen seien, letztlich aber 30 gekommen seien.

Dank an alle Beteiligten

Im Rahmen der Großübung bedankten sich die Verantwortlichen bei zahlreichen Unterstützern. Ein besonderer Dank galt Olaf Uhlig vom Fahrzeug und Reifenservice in Chemnitz, der das Unfallfahrzeug sowie das Moped für das Szenario zur Verfügung stellte.

Weitere Unterstützung kam vom Rettungszweckverband Chemnitz Erzgebirge, von der Polizei in Stollberg und der Feuerwehr Burkhardtsdorf. Auch die Gemeinde Burkhardtsdorf stellte gemeinsam mit dem Bürgermeister die Übungsfläche bereit.

Der Bauhof übernahm die Absperrung, zudem unterstützte Axel Scharschmidt vom Bauhof die Verpflegung. Dank richtete sich außerdem an die Praxisanleiter von Falck Rettungsdienst für die Mitwirkung an der Planung sowie an Falck für die Bereitstellung von Material.

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