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Bibliotheken wollen Elektro-Medien

Kultur Annaberger kämpfen im Verbund für die Rechte ihrer Nutzer - auch gegen große Verlage

Bibliotheken erwerben analoge Medien alleine nach ihren eigenen Qualitätskriterien, ausgewählt bei ihren selbst gewählten Lieferanten. Sie sind dabei nur durch ihre finanziellen Ressourcen begrenzt. Somit können sie den freien Zugang zu Informationen für alle Bevölkerungsgruppen gewährleisten. Die Lust am Lesen wird heutzutage nicht mehr nur mit Papier-Büchern geweckt. Deshalb ist das Angebot der Stadtbibliothek Annaberg-Buchholz weitaus größer. Nutzer können ihre Auswahl aus rund 42.578 Medien treffen. Neu sind 11.000 digitale Medien wie E-Books und E-Audios. Diese können in der "Onlinebibliothek Liesa", zu der sich mehrere Bibliotheken in einem Bibliotheksverband zusammengeschlossen haben, ausgeliehen werden. Nun ist in punkto elektronische Medien Aufruhr angesagt. Denn zum Auftakt der europäischen Bibliothekskampagne "The Right to E-Read" forderten Vertreter des Bibliothekswesens Bundespolitiker auf, sich für die rechtliche Gleichstellung von E-Books und gedruckten Büchern einzusetzen. Hintergrund dieser Forderung ist die Weigerung einiger, unter anderem auch großer Verlage, Öffentlichen Bibliotheken die Entleihung von E-Books zu ermöglichen. Auch Ute Dittrich, Bibliothekarin in der Annaberger Stadtbibliothek plädiert: "Elektronisches Lesen ist nicht nur eine Modeerscheinung und für gut begüterte Leute. Bibliotheken kämpfen um die Änderung des Urheberrechtes und die Gleichstellung der elektronischen und physischen Medien. Sie sind, genau wie der Buchhandel, bestrebt, die Lust zum Lesen zu fördern und sind daher heute mehr denn je auch gefordert, sich dem Fortschritt zu stellen und ihren Nutzern ein breites Angebot zu bieten." Der Verbund "Onlinebibliothek Liesa" möchte seine Leser auch im ländlichen Raum erreichen und setzt auf den Fortschritt. Deshalb erheben alle sächsischen Bibliotheken im Chemnitzer Raum die Forderung nach Gleichstellung der eMedien zu den physischen Medien im Urheberrecht.