Biker-Gottesdienst am Fuchsstein in Schönheide

Bikergottesdienst Diskussion über drohendes Sonntagsfahrverbot

Schönheide. 

Schönheide. Wenn in Schönheide am Fuchsstein die Motoren heulen, dass weiß jeder im Ort, dass der Biker-Gottesdienst startet. Dieser hat seit Jahren Tradition immer am ersten Sonntag im Juli. Dankbar sind die Motorradfahrer, dass der Gottesdienst genehmigt worden ist unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. Ein Thema bewegt die Biker und stimmt nachdenklich: das drohende Sonntagsfahrverbot. Reinhold Härtel, Inhaber von Motorrad Härtel in Rothenkirchen sagt: "Aus meiner Sicht ist das Vorhaben Irrsinn. Wir haben 6,6 Milliarden Euro Wertschöpfung direkt durch die Motorrad-Branche und indirekt sind es fast 11 Milliarden durch Hotellerie, Messen, Publikationen und mehr. Doch wir reden nicht nur von einer Wirtschaftsmacht, sondern auch von Wähler-Potential." Härtel sagt ganz klar: "Man sollte die wenigen schwarzen Schafe bestrafen und nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm scheren." Bereits am Samstag hat es deutschlandweit Demonstrationen von Motorradfahrer gegeben. Unter anderem auch in Dresden. Dort war auch Stefan Markus aus Zschorlau mit dabei. Der Bikerpastor gehört zu den Christlichen Motorradfahrern Sachsens (CMS) und hat heute beim Biker-Gottesdienst in Schönheide gesprochen.

"Was das drohende Sonntagsfahrverbot angeht, sollten wir als christliche Motorradfahrer Flagge zeigen und auf keinen Fall ruhig halten", sagt Markus: "Die ganze Diskussion ist für mich eine reine Diskriminierung und in unserer Arbeit ist das noch einmal verschärft, weil wir als CMS fast jeden Sonntag in der Saison einen Motorradfahrer-Gottesdienst halten." Bedeutet: die Gottesdienste und im Grunde die gesamte Arbeit des CMS sei in Frage gestellt. Schließlich gestaltet der CMS auch Rüstzeiten und Ausfahrten, die immer über die Wochenende hinweg gehen. Markus spricht von einem Eingriff in das ureigenstes Grundrecht. Die Gedanken, die man jetzt hinsichtlich Fahrverbot habe, seien viel zu kurz gefasst. "Es hatte jemand eine Idee und hat nicht weitergedacht und das finde ich sehr schade." Das Problem mit dem Schnellfahren und der Lärmbelästigung sei da, ohne Frage und man müsse es auch angehen, aber nicht auf diese Art und Weise, fügt Klaus Michel vom CMS hinzu.