Biohof kämpft gegen Artensterben

Immer mehr heimische Vogelarten sind vom Aussterben bedroht

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Biobauer Thomas Vogel auf seinen Feldern Foto: Georg Ulrich Dostmann

Erlbach-Kirchberg. Thomas Vogel ist Landwirt aus Leidenschaft und bewirtschaftet seit der Wende den einst elterlichen, 24 Hektar großen Betrieb. Den Hof entwickelte er innerhalb von zwei Jahren zu seinem Haupterwerb und bewirtschaftet heute rund sechs Hektar.

Das größte Anliegen des 54-Jährigen ist es, die biologische Artenvielfalt zu erhalten und das Vogelsterben aufzuhalten. Er merkt zu jeder Jahreszeit, dass es immer weniger Vögel auf seinen Feldern gibt, zum Beispiel sieht er mittlerweile kaum noch Lerchen, Kohlmeisen oder auch Goldammern auf seinen Feldern. "Die Populationen der Vögel, die in landwirtschaftlichen Gebieten leben, schrumpft immer weiter. Sie sind Opfer der Industrialisierung der europäischen Agrarwirtschaft", sagt Thomas Vogel. Die Rettung dieser Tiere kann mit einem konsequenten, naturverträglichen Landbau gewährleistet werden. Dazu müsste der Gebrauch von Düngern und Pestiziden drastisch verringert werden, denn diese führen dazu, dass es immer weniger Insekten gibt und die Vögel nichts mehr zu fressen finden. Wenn die Vögel aussterben sollten, funktioniert die Nahrungskette nicht mehr. Die rote Liste der bedrohten Vogelarten, die von Ornithologieverbänden und dem Bundesamt für Naturschutz erstellt wird, zeigt, dass Dreiviertel aller in der sogenannten "Agrarlandschaft" lebenden Vögel vom Aussterben bedroht sind. Um dem entgegenzuwirken hat Thomas Vogel insgesamt sechs Hektar mit Blühflächen versehen, die er jedes Jahr im Frühjahr sät und für die Vögel stehen lässt, beispielsweise zum Überwintern. Außerdem hat er bereits über 350 Obstbäume, vor allem hochstämmige, alte Sorten, gepflanzt und ein Flachgewässer angelegt. Er sagt: "Es sind noch sechs weitere geplant. Außerdem haben wir fünf Teiche wieder hergestellt und etwa sieben Hektar Hecken angelegt, wobei noch fünf weitere geplant sind. "