Blütenpracht zieht deutschlandweit Besucher nach Drebach

Natur Nach kurzer Blüte im vergangenen Jahr wünscht man sich jetzt mehr Glück mit Wetter

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Nach dem Regen am Wochenende ließen zwar einige wenige Krokusse den Kopf hängen, doch der Höhepunkt ihrer Blüte steht erst noch bevor. Foto: Andreas Bauer

Drebach. Für Reise-Unternehmen, die ihre Angebote gern an festen Terminen ausrichten, ist die Drebacher Krokusblüte nicht gerade der günstigste Anlass. Zwar wissen sie, dass die Wiesen mit den Frühjahrskrokussen stets zwischen Anfang März und Ende April zu einem Magneten für unzählige Touristen werden.

Doch wann genau der zwei bis drei Wochen andauernde Höhepunkt der Blüte zu erleben ist, lässt sich im Vorfeld nicht sagen. Auch in diesem Jahr fiel die Prognose angesichts des ständig wechselndes Wetters schwer, doch nun ist es endlich soweit: Am kommenden Wochenende wird der erste große Besucher-Ansturm in Drebach erwartet. Einen ersten Vorgeschmack boten bereits die zwei Sonnen-Tage in der vergangenen Woche. Nach einer kurzen Regenphase ist nun aber mit einem noch volleren Blütenmeer zu rechnen.

Weiß bis dunkelviolett präsentieren sich die unzähligen "Nackten Jungfern", die sich in Drebach auf zahlreichen Wiesen mit einer Gesamtfläche von sieben Hektar verteilen. Die 40 Naturdenkmale üben auf die Besucher eine immense Anziehungskraft aus. Selbst an den Tagen, an denen das Wetter nicht so mitspielt wie erhofft, lockt die Krokusgemeinde Gäste mit weiter Anreise an.

Neben Bussen von Reiseunternehmen stehen täglich Autos mit Kennzeichen aus anderen Bundesländern an der Straße. Im Vorjahr war die Anreise für sie fast eine Art Glücksspiel, denn die Blüte war laut Jens Haustein "nicht schlecht, aber relativ kurz". Diesmal hofft der Drebacher Bürgermeister, dass die Krokusse sich etwas länger von ihrer schönsten Seite zeigen.

Obwohl Haustein hier aufgewachsen ist, erfreut auch er sich jedes Jahr aufs Neue an dem einzigartigen Anblick, der der Legende nach David Rebentrost zu verdanken ist. Der damalige Drebacher Pfarrer soll im 16. Jahrhundert angeblich dem Sächsischen Kurfürsten Johann Georg II nach einem Jagdunfall medizinisch geholfen haben, woraufhin er sich drei Pflanzen aus dem kurfürstlichen botanischen Garten wünschen durfte. Eine davon war der Frühjahrskrokus, der inzwischen zum Drebacher Symbol geworden ist.