Börnichen: Wie ein Rentner die junge Generation faszinierte

Engagement Platz vor dem Jugendclub trägt nun den Namen von Günter Auerbach

Börnichen. 

Börnichen. Als in diesem Jahr der Börnichener Maibaum aufgestellt wurde, gab es kein großes Fest. Dass alles still und leise geschah, lag nicht nur an der Corona-Pandemie und ihren Einschränkungen. Irgendwie war den Mitgliedern des Jugendclubs "Börnschen United", die sonst eine große Party schmeißen, diesmal auch gar nicht nach Feiern zumute. Schließlich fand das Maibaumsetzen erstmals ohne Günter Auerbach statt. Ohne den Mann, der im vergangenen Dezember mit 77 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben war, hätte es das Maifest inklusive des bunt geschmückten Baums im Dorfzentrum wohl nie gegeben. "Es war seine Idee", sagt Jugendclubleiter Martin Trinks, der mit seinem Verein dem Urgestein nun eine besondere Ehre erwiesen hat.

Den Worten folgten sofort Taten

Die Fläche vor dem Jugendclub trägt nun den Namen Günter-Auerbach-Platz. Ein großes blau-weißes Schild hängt genau über jener Stelle, an der Günter Auerbach sonst immer den Grill angeworfen hat. Auch dieser Ort sähe heute nicht so gemütlich aus, wenn es den rüstigen Rentner nicht gegeben hätte. "Am Ende einer langen Feier meinte er, man könnte dort doch einen schönen Grillplatz herrichten", erinnert sich Trinks. Er und alle anderen hielten das eher für eine Schnapsidee zu später Stunde. Dementsprechend groß war die Überraschung am nächsten Morgen, als Günter Auerbach kurz vor 7 Uhr zu Werkzeug und Steinen griff. "Er hat den ganzen Platz gepflastert", berichtet Trinks.

Geselligkeit stand über allem

Auch bei allen anderen Veranstaltungen, vor allem dem großen Oktoberfest mit weit über 2000 Gästen, packte der Routinier stets mit zu. An den Tagen zuvor half er mit seinem Radlader beim Aufbau - ebenso wie danach beim Abbau. "Günter war morgens immer der erste und abends einer der letzten", erinnert sich Trinks. Der Altersunterschied zu den Mitgliedern des Jugendclubs spielte dabei überhaupt keine Rolle: "Er wollte einfach immer in Gesellschaft sein. Und jedes Mal hat er zum Abschied gesagt, ,Lass dich mal wieder blicken'." So war es auch im Dezember gewesen, als Martin Trinks den Ehrenpräsidenten des Jugendclubs mit der Namensgebung des Platzes überraschen wollte. "Am Tag, nachdem das Schild fertig geworden war, ist Günter gestorben", berichtet der Vereinsvorsitzende traurig. Nun erinnert der blau-weiße Schriftzug an den rüstigen Rentner - genau wie der Maibaum, den Günter Auerbach selbst gestaltet hat.