Brote, die frisch hochbacken, sind das Schönste

Tradition Bäcker hält das Handwerk lebendig

Wenn es in Wildbach nach frisch gebackenem Brot duftet, hat Lothar Jähn mit Sicherheit seine Finger im Spiel. Das Backen ist die große Leidenschaft des Wildbachers und das seit 60 Jahren. Früher hat Jähn die Bäckerei im Ort betrieben. Aus dem Alltagsgeschäft hat sich der heute 74-jährige allerdings längst zurückgezogen und genießt seinen wohl verdienten Ruhestand. Doch ganz ohne das Backen geht es einfach nicht. Den traditionellen Holzbackofen des Heimatvereins Wildbach hat Lothar Jähn selbst mit konstruiert und zu besonderen Anlässen im Ort wird das gute Stück angeheizt. In der Regel verlassen dann runde 40 Brote und zusätzlich einige Bleche Kuchen den Ofen. Etwas Geduld braucht man schon, denn das Backen im Holzbackofen dauert länger als gewöhnlich. Jähn schmunzelt: "Wir haben ja Zeit." Backen am Holzbackofen bedeutet: zeitig aufstehen, denn es dauert allein 2,5 Stunden bis ein Brot aus Natursauerteig soweit fertig ist, dass es in den Ofen geschoben werden kann. Alles ist reine Handarbeit. Entschädigt wird Lothar Jähn für seine Mühen, wenn die Brote im Ofen hochbacken: "Das ist das Schönste." Der typische Geschmack und das Aroma kommen durch längeres Reifen, so der Bäckermeister, der von doppelt ausgebackenem Brot spricht. Das Handwerk liegt ihm am Herzen: "Wir wollen das handwerkliche Geschick und Können weiter praktizieren." Jeder Bäcker hat seine Tricks und Kniffe, die das letzte I-Tüpfelchen ausmachen. "Geheimnisse hat jeder und die werden auch nicht verraten. Es gibt Rezepte, über die man einfach nicht spricht, die behält man für sich", so Jähn. Und an der Stelle ist der Wildbacher auch eisern.