Bündnis kündigt Aktionen an

Asylunterkunft "Demokratische Mitte" für Erhalt von Zschopauer Musikschule

Nach langem Warten hat Landrat Frank Vogel auf eine Unterschriftensammlung reagiert, die für den Standorterhalt der Zschopauer Kreismusik- und Volkshochschule plädiert. Für Klarheit über das Gebäude an der Johannisstraße, das beim Landkreis zur Unterbringung von Asylbewerbern infrage kommt, sorgte Vogels Brief allerdings nicht. Stattdessen bezeichnet das Bürgerbündnis "Demokratische Mitte" die Antwort als "diffus und sachlich oberflächlich".

In seinem Schreiben stellt der Landrat klar, dass die aktuellen Unterkünfte für Flüchtlinge nicht ausreichen und daher weitere landkreis-eigene Immobilien als Asylheime in Erwägung gezogen werden. "Durch die nochmals zum Jahresende erhöhte Anzahl von Zuweisungen steigt der Handlungsdruck", erklärt Vogel. In diesem Zusammenhang seien Kommunen gebeten, Objekte zur Verfügung zu stellen. Im Fall von Zschopau wurde die "Zirkuswiese" am Ortsausgang Richtung Witzschdorf vorgeschlagen. Allerdings können dort laut Vogel keine Wohncontainer installiert werden, da die Fläche in der Schutzzone eines Trinkwasserschutzgebietes liege. Bevor die Musik- und Volkshochschule als Asylunterkunft genutzt würde, sollen andere Grundstücke vorgeschlagen werden, doch von der Stadt Zschopau liege kein weiteres Angebot vor. Nach Ansicht des Bürgerbündnisses schiebt der Landrat damit die Verantwortlichkeit an die Stadt weiter. Die Forderung neuer Vorschläge ist für die "Demokratische Mitte" sogar ein "klarer Fall von Erpressung durch die Hintertür". "Bei allem Verständnis für wirklich Schutzsuchende, aber es gibt kein deutlicheres Zeichen von politischem Versagen, als intakte Bildungseinrichtungen zu Asylunterkünften umzufunktionieren", so die Mitglieder des Bündnisses. Sie wollen nun weitere Aktionen zum Erhalt der Schulen in die Wege leiten. Auch Gespräche mit der Plauener Bürgerinitiative "Wir sind Deutschland" seien geplant.