Bürger fragen, Politiker antworten

Sachsengespräch Ministerpräsident Michael Kretschmer in Aue

Am Tisch von Ministerpräsident Michael Kretschmer herrschte dichtes Gedränge. Foto: Ralf Wendland

Aue. Der Erzgebirgskreis war am Montagabend die erste Station für Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der in den nächsten Wochen alle zehn Landkreise und die drei kreisfreien Städte besuchen wird. Während tagsüber Gespräche mit Politikern und Unternehmern auf dem Programm standen, ist Kretschmer am Abend dann in einen offenen Dialog mit Bürgern getreten.

Breitbandausbau, Berufssystem und Asyl

Das Sachsengespräch im Kulturhaus in Aue, wo nicht nur der sächsische Regierungschef auf Fragen geantwortet hat, sondern auch ein Teil seines Ministerstabs, hat erstmalig stattgefunden. An verschiedenen Tischen ist teilweise hart, aber trotzdem fair diskutiert worden. Bürger haben Probleme angesprochen und die Gäste aus Dresden waren daran, Antworten zu geben.

Gesprochen worden ist unter anderem über Themen wie Breitbandausbau, Energie, das Rentensystem, Bildung, Asyl und Polizei. Kretschmer räumt Fehler ein, die man in der Vergangenheit gemacht habe. Zum Thema Polizei sagt er: "In fast allen Bundesländern hat man in den Jahren 2005/2006 gesagt, die Sicherheitslage ist so, dass man Personal abbauen kann." Jetzt rudert man in die entgegengesetzte Richtung. Überall werde Personal aufgebaut bei der Polizei. "Das tun wir in Sachsen auch", so Kretschmer, der von 1000 zusätzlichen Polizisten spricht: "Die Leute gehen in die Reviere. Es dauert natürlich, bis 1000 Leute ankommen. Wenn wir dann merken, es reicht nicht, dann bilden wir weiter aus."

Die Polizei hat freie Stellen

Was die Ausbildung angeht, so hat die Polizeischule in der ehemaligen Jägerkaserne in Schneeberg einen großen Anteil daran, das mehr junge Leute eine entsprechende Ausbildung bekommen, um in den Polizeidienst eintreten zu können.

Die Idee des Sachsengesprächs ist insgesamt gut angekommen. Leichte Kritik gab es seitens der Bürger allerdings bei der Durchführung. In zweiter Reihe habe man akustisch kaum etwas verstanden, was am Tisch besprochen worden ist - 90 Prozent der Besucher sind ausgeschlossen, so eine etwas verärgerte Stimme aus dem Publikum. Man hätte sich Mikrofone gewünscht, um den Ausführungen folgen zu können.