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Chemnitz

Bürgermeister des Erzgebirgskreises formulieren Brief an Michael Kretschmer

Brief Kommunale Vertreter sehen Handlungsbedarf

Lößnitz. 

Lößnitz. Die Bürgermeister des Erzgebirgskreises haben sich mit einem Brief an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gewendet. Hintergrund: die Corona-Schutz-Maßnahmen. In ihrem Schreiben schildern die Bürgermeister de Situation, wie sie sich aus kommunaler Sicht zeigt. Alexander Troll, Bürgermeister der Stadt Lößnitz und Vorsitzender des Kreisverbandes Erzgebirge des Sächsischen Städte- und Gemeindetages sagt, man sehe Handlungsbedarf.

Die Stadt- und Gemeindeoberhäupter haben in den letzten Wochen und Monaten eine Vielzahl an Gesprächen geführt - mit Menschen, die eine Infektion mit Covid-19 hinter sich gebracht haben, mit ortsansässigen Händlern und Gewerbetreibenden, mit Eltern von Kindergartenkindern und Schülern und mit zahlreichen Bürgern. Man wisse deshalb genau, wie die Menschen vor Ort die aktuelle Situation wahrnehmen und mit ihr umgehen, erklärt Troll.

Die Akzeptanz der Bevölkerung

Man verspüre, dass die aktuell gültigen Corona-Schutz-Maßnahmen zu immer weniger Akzeptanz in der Bevölkerung führen. Es seien klar strukturierte und nachvollziehbare Regelungen erforderlich, um die Mitwirkungsbereitschaft der Menschen zu haben. Die Bestimmungen seien für viele inzwischen nicht mehr überschaubar.

Digitalangebote

Weiter heißt es auch, dass die Effekte von Einschränkungen kritisch geprüft und gleichzeitig Lösungen angeboten werden müssten. Ein Beispiel sind die Schulen: wenn diese geschlossen sind, müssten umgehend alle Schritte unternommen werden, um Schülern auch unter Pandemiebedingungen eine bestmögliche Bildung zukommen zu lassen durch Digitalangebote.

Geschäftsschließungen

Die Bürgermeister sehen auch den rein branchenbezogenen Ansatz für Geschäftsschließungen als nur eingeschränkt geeignet. Gerade in den Kommunen des Erzgebirges sei die Umsetzung von Hygienekonzepten mit einer Minimierung von Kontakten in den Ladengeschäften gut möglich. Das schildern auch die Gewerbetreibenden. Es müsse mehr das konkrete Infektionsrisiko ausschlaggebend sein für notwendige Maßnahmen und nicht die reine Branchenzugehörigkeit.

Wenn Schließungen verfügt würden, müssten den betroffenen Unternehmen Unterstützungsmöglichkeiten angeboten und vor allem zugesagte Finanzhilfen zuverlässig und zügig ausgezahlt werden. Es sind nicht wenige Erzgebirger, die in den letzten 30 Jahren ein unternehmerisches Risiko eingegangen sind, ob mit einem Geschäft, in der Gastronomie, einem Friseursalon, einen Fitness- oder Kosmetikstudio oder in der Form, dass sie ein Unternehmen in nächster Generation fortgeführt haben. Diese Unternehmer tragen zur Vielfalt in den Orten bei. Wie Alexander Troll sagt, sind sich die Bürgermeister einig: man erwarte zielgerichtete und angemessene Lösungen, die zu einer Entspannung des Infektionsgeschehens einerseits, aber ebenso zu funktionierenden und nachhaltigen Ergebnissen für alle Betroffenen führen.

Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen

Die getroffenen Maßnahmen der Kontaktbeschränkung seien notwendig gewesen und diese haben inzwischen zu einer deutlichen Reduzierung, der Fallzahlen in den Kliniken und auf den Intensivstationen geführt.

Gemeinsam schafft man alles

Alexander Troll sagt, man sollte den Menschen mitteilen, dass dies gemeinsam geschafft wurde und damit eine gute Basis für eine weitere strukturierte Vorgehensweise vorhanden ist. Bürgermeister stimmen überein, indem sie sagen, man sollte momentan nicht vorschnell alles wieder öffnen zur Vermeidung eines Rückschlags.

Wichtig erscheint den Bürgermeistern eine gezielte und zügige Immunisierung der besonders gefährdeten Gruppen durch Impfstoffe, um das Risiko von Todesfällen und sehr schweren Verläufen so weit wie möglich zu senken. Man könne dabei vor Ort helfen. Wichtig sei es, eine nachhaltige Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sicher zu stellen. Genauso wichtig sei es, Bürgern, Eltern, Schülern und Gewerbetreibenden eine greifbare Perspektive aufzuzeigen, damit alle auch den Rest der Strecke meistern. Was man seitens der Bürgermeister positiv sieht, ist die Bereitschaft der Staatsregierung zur Zusammenarbeit mit der kommunalen Ebene als gute Basis dafür, funktionierende Lösungen zu finden.



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