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Bürgermeister von Wolkenstein spricht über Demokratie und den Krieg

Gespräch Ein Interview mit Wolfram Liebing

Wieso sehen Sie Landratswahl und Demokratie als so wichtig an?

Bei allen Mängeln, die die Demokratie zu haben scheint, sollte man in den Geschichtsbüchern sich mit den Hinterlassenschaften von Diktaturen befassen. Da gibt es nur Trümmerfelder, sichtbare und in den Köpfen unsichtbare. Eine Landrätin, ein Landrat ist die höchste, direkt vom Wähler zu wählende Amtsperson in diesem Land. Er oder sie ist Präsident, Außenminister und Innenminister in einer Person.

Man munkelt, es gab ein Treffen mit Kandidaten in Wolkenstein?

Ja, ich habe die Kandidatin Simon Lang/SPD, Prof. Dr. Volker Weber/Freie Wähler, Rico Anton/CDU, Tino Günther/FDP und Holger Zimmer/Die Linke zum Gespräch gebeten. Egal wer Landrat wird, mit der demografischen Entwicklung stehen wir vor großen Herausforderungen. Da dies bis jetzt das große Wahlkampfthema war, habe ich den Austausch gesucht. Wenn wir immer weniger Menschen hier sind, haben wir weniger Geld für den Erhalt der Infrastruktur. Sie wird in der Form nicht in der Qualität zu halten sein.

Landrat in Erzgebirge, ein immer undankbarerer Posten?

Auf alle Fälle ist dies kein einfacher Job und wer dies behauptet, schwätzt dummes Zeug. Ein Landrat kann nur so nach außen strahlen, wie wir alle dies unterstützen und er sollte es wollen. Wir benötigen Zuzug kreativer Köpfe. Wir müssen offene Stellen besetzen. Wir stehen im Wettbewerb mit den Großstädten um Ärztinnen und Ärzte, Lehrerinnen und Lehrer und, und, und! Wir sollten uns alle etwas kreativer, wie es die Kreativwirtschaft lebt, an der Entwicklung beteiligen. Erst einmal wählen gehen und dann mitwirken, statt spalten. Dafür haben wir im Erzgebirge Holz!

Was bedeutet für Sie Demokratie und Krieg?

Über zwei Jahre gab es als Thema nur Covid 19 und plötzlich war Krieg! Putin mit seinen Parteigenossen ist der Aggressor. Die Ukraine wurde überfallen. Nach 1945 wurde unseren Vorfahren an vielen Stellen die Hände gereicht. Dies sollten wir nie vergessen, wenn wir über das russische Volk urteilen. Das Versagen von Politik ist Krieg.

Vielen Dank für die Gedankensprünge und uns im Erzgebirge mehr Frieden beim Umgang.

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