Bund kürzt Zuschüsse für Erzgebirgskreis

Kommune Reduzierung finanzieller Mittel hemmt positive Entwicklung

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Hier im neuen Landratsamt hat auch das Jobcenter seinen Sitz. Foto: Ilka Ruck

Erzgebirge. Seit dem 1. Januar 2012 arbeitet das Jobcenter Erzgebirgskreis unter kommunaler Regie. Diese fünf Jahre sind laut Landratsamt eine Erfolgsgeschichte. Der Hauptgrund für die Entscheidung zur Optionskommune war das Bestreben des Landkreises, für den betroffenen Personenkreis Leistungen aus einer Hand anzubieten. Nur eine ganzheitliche Betreuung verbessert die Chancen auf eine berufliche Integration.

"Die Praxis zeigt, dass viele Vermittlungshemmnisse, die eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt erschweren oder verhindern, innerhalb der Bedarfsgemeinschaft beziehungsweise der Familie zu suchen sind und nur im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung durch ein 'Familienmanagement' gelöst werden können. Hierfür stehen dem Jobcenter spezialisierte und sehr gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung. Dabei wird insbesondere die Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Rechtskreisen SGB VIII, SGB XII und AsylbLG stetig intensiviert. Die Entscheidung für ein Jobcenter in kommunaler Trägerschaft war somit richtig", hebt Landrat Frank Vogel hervor.

Die Erfolge sprechen für sich. So sank die durchschnittliche Anzahl der Bedarfsgemeinschaften von 18.460 im Jahr 2012 auf 12.789 im Jahr 2016. Das ist eine Verringerung um fast 31 Prozent. Parallel dazu entwickelte sich auch die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten.

Die positive Entwicklung hat jedoch zur Folge, dass der Bund seine Zuschüsse an den Kreis reduziert. Im Verwaltungskostenhaushalt verringerte er seine Zuweisung 2017 gegenüber 2016 um zirka 1,4 Millionen Euro auf etwa 21 Millionen Euro, das entspricht einer Kürzung von über sechs Prozent.