Bunte Vielfalt beim "Sprayberg"

Hobby 2. Graffiti-Treffen in Schneeberg war ein Erfolg

Julian Schimanski ist aus Nordrhein-Westfalen angereist und hat ein Portrait von Marilyn Manson an die Rückwand der Silberstromhalle gesprayt. Foto: Ralf Wendland

Schneeberg. Graue Wände werden lebendig: bei strahlendem Sonnenschein haben gestern 38 Sprayer aus ganz Deutschland beim 2. "Sprayberg", einem Graffiti-Treffen in Schneeberg ihre Ideen verwirklicht. Die Rückwand einer Garagenzeile im Griesbacher Hang in der Nähe des "Haus Aktiv" und die Rückansicht der Silberstromhalle sind von den Künstlern gestaltet worden. Die jungen Leute konnten an der "Wall of Fame", die seit letztem Jahr als legale Fläche zum Sprayen zur Verfügung steht, ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Streetworker hatte die künstlerische Idee

Auf die Beine gestellt haben dieses Treffen Akteure vom Projekt "Kulturbar" sowie Schneebergs Streetworker Frank Baumann. Neben dem künstlerischen Part an der Wand gab es am Abend zum Ausklang auch Kultur auf der Bühne: Live-Musik mit zwei Rappern. Christoph Popp ist extra aus Leipzig angereist, um beim Graffiti-Treffen dabei sein zu können. Der 33-jährige sagt: "Das Sprayen ist für mich eine Passion, eine Leidenschaft."

Die Premiere des Spraybergs im Herbst hat Popp nicht miterlebt. Von dem, was er jetzt sieht, ist er begeistert: "Ich gehe öfter zu Festivals, das mache ich sehr gern. Es ist schön, sich mit den Leuten austauschen zu können." Der Kontakt zu den Leuten, die den Künstlern über die Schulter schauen, ist ihm genauso wichtig: "Graffiti ist immer etwas verteufelt. Da sind solche Events gut, weil man damit diese Meinung aufbrechen und eine gewisse Akzeptanz schaffen kann."

Ein Werk für die Ewigkeit?

Benjamin Knoblauch hat sein Werk an der Turnhallenwand verewigt. Der 27-jährige aus Niederwürschnitz hat jetzt seit 14 Jahren die Spraydose in der Hand und arbeitet nebenberuflich in dem Bereich: "Das Event nutze ich, um etwas für mich zu schaffen. Ob das Werk drei Tage oder drei Jahre an der Wand erhalten bleibt, ist mir egal, weil ich mache am Ende des Tages ein Foto und das bleibt für immer." Julian Schimanski ist aus Nordrhein-Westfalen angereist und hat ein Portrait von Marilyn Manson an die Rückwand der Silberstromhalle gesprayt. Er gibt zu: "Etwas Übung braucht man schon, um so etwas umsetzen zu können."