"Chance, sie als Erzgebirger zu formen"

Gemeinde Bad Schlema nimmt unbegleitete minderjährige Ausländer auf

Im Erzgebirgslandkreis rechnet man nach aktuellem Stand damit, dass per Januar kommenden Jahres 150 unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) unterzubringen sind.

Da diese jungen Menschen 18 Jahre und jünger sind, fallen sie in den Verantwortungsbereich der Träger der Jugendhilfe und müssen in Heimen betreut werden. In Bad Schlema will man 24 Jugendliche aufnehmen. Als Objekt vorgesehen ist die Einrichtung der Kinderarche am Toelleberg. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung der Aufnahme zugestimmt. Frank Reißmann, Leiter der Abteilung 2: Arbeit, Jugend, Soziales und Gesundheit im Erzgebirgskreis: "Die Situation entwickelt sich dramatisch. Wir haben die Träger der Jugendhilfe angesprochen. In Bad Schlema hat sich eine gute Fügung ergeben, da ohnehin eine Veränderung ansteht."

Denn die Kinder, die momentan am Toelleberg leben, ziehen um. Man sei seit längerem bestrebt, die beiden Kinder-Gruppen mit deren Erziehern und Betreuern in Wohnungen unterzubringen, wo jedes Kind sein eigenes Zimmer hat.

Die Vorbereitungen sind getroffen. Frank Reißmann weiter: "Man darf sich nichts vormachen. Die UMA, die zu uns kommen, sind keine kleinen Kinder, sondern meist männliche 16- und 17-jährige. Es sind junge Menschen, wo wir eine ehrliche Chance haben, sie als Erzgebirger zu formen." Willkommenskultur sei das eine, so Reißmann, man müsse den Jugendlichen auch nahe bringen, dass sie im Erzgebirge leben und Spielregeln einzuhalten haben. Wie Gabriele Seltmann, Regionalleiterin der Kinderarche sagt, sei man dabei geeignete Betreuer zu finden.

Die jungen Menschen begleitet bis zur Volljährigkeit.