Chaotisch bis zum Abbau

BLICK-Serie Heute Weihnachten bei Jana Hecker Stadtsprecherin von Aue

Der BLICK nimmt sie in loser Folge mit in die guten Stuben bekannter Erzgebirger. Wir wollen wissen, wie bei ihnen Traditionen gepflegt werden.

Weihnachten bei Jana Hecker, der Pressesprecherin der großen Kreisstadt Aue, beginnt immer etwas chaotisch. "Gerade vor dem ersten Advent habe ich besonders viel zu tun", sagt die 48-Jährige. Sie ist in die Vorbereitungen zum Start des Auer Raachermannelmarkts und der Bergparade am 1. Advent eingebunden. Daher werden die Weihnachtssachen in der Regel erst nach und nach aufgebaut. Dabei gilt bei Heckers nicht unbedingt weniger ist mehr. "Ich möchte es gern überladen haben, sämtliche Sachen müssen aufgestellt werden", sagt sie und fügt hinzu: "Wenn die Kinder mal ganz weg sind, dann wird das vielleicht weniger."

Der Abbau zieht sich bei Jana Hecker, die auf dem Eichert wohnt, ebenfalls über einen längeren Zeitraum. "Es ist auch schon 'mal passiert, dass im April noch der Schwibbogen stand", lacht die zweifache Mutter und erzählt weiter: "Da sind zwei fremde Kinder an unserem Haus vorbei. Das eine sagte, schau 'mal da sitzt noch ein Weihnachtsmann, worauf das andere entgegnete, wir sind hier im Erzgebirge, da ist das so." Der Abräum-Verzug habe ab 1996 seinen Lauf genommen. "Da war ich mit meiner Tochter schwanger, bin ins Krankenhaus und als ich wiederkam, stand der Weihnachtsbaum noch immer. Seither ist es wie verhext, wir bekommen es einfach nicht mehr hin."

Am Heiligabend aber zieht selbst bei Heckers die Weihnachtsruhe ein. "Wir gehen in die Kirche und daher muss die Gans schon vorbereitet werden", sagt Jana Hecker und ihr Mann Manfred ergänzt: "Punkt 18 Uhr wird gegessen." - Allerdings im kleinen Kreis. Nur die beiden Töchter Charline-Theres und Josephin sitzen mit am Tisch. "Danach wird abgeräumt und beschert." Das Lieblingsweihnachtsstück ist übrigens ein alter Nussknacker. "Der stammt von Schnitzer Kurt Dittrich aus Dorfchemnitz. Ich habe ihn von meiner Mutter geschenkt bekommen. Früher war das eine Besonderheit, denn Schnitzereien waren schwer zu bekommen."