Chronist wird gewürdigt

Ausstellung Werke von Reinhold Timme in Zschopau zu sehen

Seit dem Zschopauer Stadtfest 1992 interessiert sich Carsten Beier für die Geschichte seines Heimatortes. "Die historischen Ausstellungen haben mich begeistert", erklärt der mittlerweile 35-jährige Zschopauer, der fortan selbst recherchierte. Anfangs stöberte er nach alten Postkarten der Großeltern. Mittlerweile ist er Stammgast im Stadtarchiv, wo er vor allem auf die Unterlagen von Reinhold Timme bauen kann. Der Heimatforscher und Chronist hat bis zum Oktober 1940 in unzähligen Beiträgen die Zschopauer Historie dokumentiert. Anlässlich des 75. Todestages hat Beier nun eine Sonderausstellung über Reinhold Timme initiiert, die noch bis Ende Januar im Roten Saal von Schloss Wildeck zu sehen ist.

Geboren wurde Timme, nach dem in Zschopau auch eine Straße benannt ist, 1860 in Dresden. Als Betriebsleiter des Zschopauer Wochenblattes fand er 1900 den Weg ins mittlere Erzgebirge, wo er alles notierte, was es aufzuschreiben gab. "Timme war nicht bei der Zeitung tätig. Er war beispielsweise auch Schriftführer des Gewerbevereins und Pressewart des Erzgebirgsvereins", so Carsten Beier. Auch im Ruhestand legte Timme den Stift nicht aus der Hand. Stattdessen schrieb er Wander- und Brauereihefte, für die sich sogar die deutsche Staatsbibliothek bedankte. Für Beier sind jedoch die "Heimatklänge" wichtig - 198 Hefte, in denen die Geschichte Zschopaus detailliert festgehalten ist.