Corona-Infektionen steigen stark: Wird das Erzgebirge zum Risikogebiet?

Corona Zahl der Neuinfektionen überschreitet kritischen Wert

Region. 

In den vergangenen sieben Tagen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Erzgebirgskreis auf 67 Fälle pro 100.000 Einwohner gestiegen. Damit ist der kritische Wert von 50 für ein erhöhtes Risiko deutlich übertroffen. Laut Robert Koch-Institut gilt der Landkreis damit als Risikogebiet, wurde am Montag vom RKI jedoch noch nicht als solches öffentlich eingestuft. Allein am Sonntag wurden 59 neue Fälle gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der positiv getesteten Menschen auf 1127 gestiegen. Obwohl der Erzgebirgskreis kaum größere Ballungsgebiete besitzt steigt das Infektionsgeschehen enorm.

Anders als im Frühjahr gibt es aktuell keinen Lockdown. Angesichts des Anstiegs schränkt der Landkreis allerdings das Alltagsleben teilweise ein. Eine neue Allgemeinverfügung sieht vor, dass die maximale Personenzahl bei privaten Veranstaltungen und Zusammenkünften im öffentlichen Raum sowie bei Sportveranstaltungen beschränkt wird. So sind bei privaten Zusammenkünften und Feiern maximal 25 Personen erlaubt, in geschlossenen angemieteten Räumen maximal 50 Gäste, bei Zusammenkünften unter freiem Himmel bis zu 100 Personen. Bei Großveranstaltungen und Sportveranstaltungen mit Publikum sind maximal 500 Personen zulässig. In Pflegeeinrichtungen ist der Besuch durch einen nahen Angehörigen pro Tag zulässig. Auch muss weiterhin im öffentlichen Raum ein Mund-Nasenschutz getragen werden, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann

Auch in den Feuerwehren macht sich die 7-Tage-Inzidenz sich bemerkbar. Laut ersten Informationen dürfen ab sofort keine Ausbildungen und Jugendfeuerwehrdienste mehr stattfinden. Die Alters- und Ehrenabteilung darf sich ebenfalls nicht mehr treffen. Die Gerätehäuser dürfen nur in zwingenden Fällen oder im Alarmfall besetzt werden. Auch die Führerstein- und Zulassungsstelle hat in Annaberg-Buchholz geschlossen, nachdem eine Angestellte mit Corona infiziert ist, mussten alle anderen Mitarbeiter in Quarantäne.

Lokale Hotspots bestehen, nach ersten Informationen zwar nicht, jedoch appelliert der Landrat weiter an die Eigenverantwortung der Bürger, sich an die aktuellen Infektionsschutz-Regeln zu halten.

Update: 

Das Sozialministerium hat am Dienstag den Erzgebirgskreis als erste Region in Sachsen zu einem Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko mit Wocheninzidenz über 50 erklärt. Die Corona-Infektionszahlen waren seit Freitag stark gestiegen und die gleitende Wocheninzidenz, also die Fälle pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen, liegt am heutigen Dienstag bei 57,9. Dies hat die Landesuntersuchungsanstalt am Dienstag gegen 17 Uhr mitgeteilt.

Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko werden durch das Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt festgelegt und ortsüblich auf der Internetseite www.coronavirus.sachsen.de bekanntgegeben. Personen, die sich in den vergangenen sieben Tagen im Erzgebirgskreis aufgehalten oder dort ihren Wohnsitz haben, dürfen im Freistaat nicht mehr in Beherbergungsbetrieben übernachten. Mit einem negativen Testergebnis können sich die Personen vom Beherbergungsverbot ausnehmen lassen. Das Testergebnis darf höchstens 48 Stunden vor der Anreise festgestellt worden sein.