Corona: Region bereitet sich auf steigende Fallzahlen vor

Kapazität Stollberg wird zum Infektionskrankenhaus

Stollberg. 

Stollberg. Im Erzgebirgskreis bereitet man sich auf die zunehmende Zahl an Corona-Fällen vor - aktuell sind es 33 Personen, die betroffen sind. Die neueste Meldung betrifft vier Männer, die positiv auf das Coronavirus (COVID-19) getestet wurden. Es handelt sich dabei um vier männliche Personen aus Schneeberg (2), Aue-Bad Schlema (1) sowie Bockau (1). Das Gesundheitsamt des Erzgebirgskreises ermittelt derzeit mögliche Kontaktpersonen, die ebenfalls vorsorglich in häusliche Isolation versetzt werden. Wie Landrat Frank Vogel erklärt, seien aktuell 1100 Personen in häuslicher Isolation. Es sei eine große Anstrengung, die Erkrankungs- und Infektionswege nachzuvollziehen und die notwenigen Ermittlungen vorzunehmen.

Kreiskrankenhaus in Stollberg und Olbernhau werden künftig für Corona-Patienten genutzt

Seitens des Gesundheitsministeriums gibt es eine Aufforderung an die Krankenhäuser und Krankenhausträger, sich auf die steigenden Zahlen vorzubereiten. "Wir haben momentan noch keine klinisch untergebrachten Personen, die beatmet werden müssen. Bisher sind alle Personen, die positiv getestet sind, zuhause und nicht schwer erkrankt." Nichts desto trotz habe man sich diese Woche Gedanken gemacht. "Wir wollen auf die Entwicklung vorbereitet sein, wenn sie denn eintritt, wovon auszugehen ist", so der Landrat. Einen Krankenhaus-Betrieb stelle man nicht innerhalb von drei Stunden um, das brauche etwas länger Zeit. Aus dem Grund habe man die Entscheidung getroffen, die beiden kleinsten Häuser von der Bettenzahl her gesehen, zu Infektionskrankenhäusern umfunktionieren, und zwar das Kreiskrankenhaus in Stollberg und das Haus in Olbernhau. "Damit haben wir dann zwei Häuser, wo wir ausschließlich Corona-Fälle behandeln. Dort haben wir im Extremfall über 500 Betten zur Verfügung." In der Konsequenz bedeutet das: man entlässt Patienten, die soweit wieder gesundet sind, nach Hause. Patienten, die aktuell noch behandelt werden und transportfähig sind, werden jetzt übers Wochenende umverlegt in die beiden großen Häuser nach Annaberg-Buchholz und Zschopau. Unabhängig von diesen Maßnahmen bleibe an allen vier Häusern das Thema Beatmung aktuell. "Das heißt, sollte es einen Corona-Fall geben, der in Annaberg beatmet werden muss schon allein aufgrund der Nähe, dann gibt es entsprechende Vorkehrungen, die im Haus getroffen sind", so Vogel.

 

Man sei dabei, an alle vier Standorten entsprechende Möglichkeiten der Testung zu suchen. Man spricht unter anderem von Zelten und anderen mobilen Lösungen für Abstrich-Ambulanzen. Wie Frank Vogel betont, werden nur Menschen getestet, die aus einem Risikogebiet kommen, Kontakt zu einem Infizierten hatten oder Symptome aufweisen. Man sei zudem dabei nötige Laborkapazitäten zu binden, was nicht so einfach sei.