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Corona: Wirtschaftsförderung fordert Grenzöffnung für Pendler!

Corona Wirtschaftsbeirat des Erzgebirgskreises kämpft für die regionalen Unternehmerschaft

In einem offenen Brief wendete sich die Wirtschaftsförderung des Erzgebirgskreises an die Politik und macht sich für die regionale Unternehmerschaft stark. Im Brief wird die aktuelle coronbedingte Grenzschließung kritisiert, welcher nach neuesten Stellungnahmen keine Lockerung in Aussicht steht. "Die Beschlüsse wirken explizit auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Erzgebirgskreises. In großen Städten wie Berlin und Dresden gibt es keine direkten Einschränkungen im Grenzbereich. Dadurch werden in etwa 2000 Berufspendler ausgeschlossen", so die Initiatoren des Schreibens.

Mitarbeiter bangen um ihre Existenz

Die neusten Zahlen belegen eine akute Lähmung des Tourismussektors, der Handels- und Dienstleistungssektor konzentriert sich auf Großkonzerne, während die lokalen Händler und Dienstleister ausgeklammert werden. Der andauernde Zustand bewirkt, dass viele Unternehmer und Mitarbeiter Ihre Lebensgrundlage nach und nach verlieren oder bereits verloren haben. "Irgendwann können wir die Scherben zusammenkehren und von vorn anfangen. Die Schäden werden erheblich sein und nicht reparabel", heißt es im Schreiben.

Welche indirekten Auswirkungen aus den Lieferschwierigkeiten einzelner Unternehmen entstehen, ist auch für nicht unmittelbar betroffene Unternehmen bereits absehbar. Dazu gehöre auch die individuelle Betroffenheit der tschechischen Pendler. Die Mitarbeiter bangen um ihre Existenz, welche unter anderem auch auf die unzureichenden Kurzarbeiterregelungen zurückführbar ist. Während auf der einen Seite die Pendler stehen, sind auf der anderen Seite die lokalen Mitarbeiter, welche durch Sonderschichten und Überstunden die fehlenden Arbeitskräfte ausgleichen sollen. Jenes geht über die Zeit auf die körperliche und psychische Gesundheit. "Letztendlich führt dies zu einem Arbeitskräfteverlust von tschechischen Mitarbeitern und auch von deutschen Mitarbeitern aufgrund dieser Situation".

Testzentren sollen in Grenzgebieten aufgebaut werden

Die Wirtschaftsförderung fordert den Freistaat Sachsen auf, Testzentren in den Grenzgebieten zu unterstützen und die unverhältnismäßige Grenzschließung für Pendler schnellstmöglich zu revidieren. "Diese täglichen Testungen sind ein angemessener Schutz hinsichtlich der besonderen Corona-Situation in Tschechien", meinen die Verfasser des Briefes.

Es sei nicht tragbar, dass Pflegekräfte aus Hochrisikogebieten in Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen uneingeschränkt einreisen dürfen und Industriebeschäftigte grundsätzlich davon ausgenommen werden. Im Grundrecht sei verankert, dass jeder Mensch den gleichen Wert habe. Zunehmend werden Stimmen laut, die Diskriminierung und Teilung der Gesellschaft zu beenden. Das demokratische System sollte nicht in relevante und weniger wichtige Mitarbeiter unterteilen, da jenes nicht unseren gesellschaftlichen Normen und Werten entspricht. Jeder arbeitende Einwohner trägt sein Teil zum Ganzen bei und sollte in dieser Möglichkeit nicht derart bewertet und eingeschränkt werden.

Abschließend wird die Bevölkerung im Erzgebirgskreis aufgerufen "entsprechend ihrer Möglichkeiten den betroffenen Unternehmen zu helfen, die Arbeitskräfte zur Überbrückung dieser Situation suchen, damit die Schäden begrenzt werden können."

Corona-Hotline für Fragen zur Quarantäne-Befreiung für Grenzpendler 

Bei Fragen bezüglich der Bescheinigung der Befreiung von der Quarantäne-Pflicht für tschechische Grenzpendler können sich betroffene Unternehmen sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit dem heutigen Donnerstag an die Corona-Hotline des Erzgebirgskreises wenden. Die Corona-Hotline ist regulär Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 9 bis 13 Uhr erreichbar. Das Serviceangebot wird vorsorglich für das kommende Wochenende erweitert. Am Samstag, den 20. Februar und Sonntag,  21.Februar, ist die Corona-Hotline des Erzgebirgskreises von 9 bis 15 Uhr erreichbar. Corona-Hotline des Gesundheitsamts des Erzgebirgskreises: 03733 / 831 4444 und 03771 / 277 4444.

Die Bescheinigung zur Befreiung von der Quarantäne-Pflicht ist ausschließlich möglich für die abschließend aufgezählten Berufsgruppen wie Polizeivollzugsbeamte, die aus dem Einsatz und einsatzgleichen Verpflichtungen aus dem Ausland zurückkehren. Ferner für Beschäftigte in der Wasser- und Energieversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen, im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft sowie in der Informationstechnik, im Telekommunikationswesen und in Laboren medizinischer Einrichtungen.