Crystal-Jünger im Visier

Aufklärung Landtagsabgeordneter Alexander Krauß regt Diskussion an

Was kommt heraus, wenn der CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Krauß zu einer ungezwungenen Runde zum Thema "Crystal Meth - eine Gefahr für's Erzgebirge?" einlädt? Nicht viel Greifbares? Weit gefehlt! Nicht nur, weil Krauß als Experten Norbert Fritzsch von der Suchtberatung der Diakonie Erzgebirge gewinnen konnte, gab es eine angeregte Diskussion zwischen besorgten Eltern, ehemaligen Abhängigen, Polizisten und Interessierten. Die bittere Wahrheit: Crystal-Konsumenten werden immer jünger und suchen sich vergleichsweise spät professionelle Hilfe, um aus der Abhängigkeit wieder herauszufinden. Dabei gibt es im Erzgebirgskreis verschiedene Anlaufstellen, die Abhängigen ihre Hilfe anbieten. Allerdings machte eine ehemalige Abhängige deutlich, worin aus ihrer Sicht ein Problem besteht: "Warum werden Abhängige nicht von ehemaligen Abhängigen beraten?" Trockenes Wissen aus einem Lehrbuch, so ihr Eindruck, helfe den Betroffenen nicht. Ein Berater, der die Sucht und deren Auswirkungen selbst erlebt habe, könne ganz anders mit den Hilfesuchenden umgehen. Norbert Fritzsch von der Suchtberatung machte deutlich, dass dies so einfach nicht funktioniert. Im Gespräch mit dem BLICK sagt Fritzsch: "Die Sucht selbst ist immer nur das Symptom. Dahinter stehen immer andere Probleme und die müssen professionell in unserer Beratung angegangen werden, dafür bedarf es einer guter Ausbildung der Therapeuten." Deshalb werde in der Beratung eher selten ein ehemaliger Abhängiger ergänzend zum Fachpersonal eingesetzt.

Allerdings legt auch die Diakonie großen Wert auf die Präventionsarbeit und da mache man das schon. "Betroffene können ganz anders aus ihren Erfahrungen berichten. So etwas muss immer auch Hand in Hand mit ausgebildeten Therapeuten gehen", sagt Norbert Fritzsch.