Cunersdorfer zeigen ihre Hände

Fotoausstellung 100 Besucher bei der Eröffnung von Cathrin Schaarschmidts Schau

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Zur Eröffnung der Fotoausstellung kamen fast 100 Neugierige in die Cunersdorfer Kirche. Jörg und Silke Norberger ließen kamen mit Cathrin Schaarschmidt (v.l.). ins Gespräch. Foto: Dirk Trautmann

Cunersdorf. Mit so vielen Besuchern hatte Cathrin Schaarschmidt nicht gerechnet, aber etwa 100 Besucher kamen zur Eröffnung der Ausstellung "Cunersdorfer Hände" am Samstag. "Ich bin schrecklich aufgeregt", gestand die Cunersdorferin zu Beginn. 36 Leinwände mit Fotos hat Cathrin Schaarschmidt ausgestellt, die hängen in der Cunersdorfer Martin-Luther-Kirche.

"Cunersdorfer Hände" hat Cathrin Schaarschmidt die Ausstellung genannt und genau das ist zu sehen: Alte und junge Hände, Hände, die liebkosen, Hände, die beten, Hände in freudigen Momenten und auch in der Trauer. "Vor vier Jahren hatte ich zum ersten Mal bewusst Hände fotografiert, als meine Tochter Jule beim Schnitzverein des Ortes begonnen hatte. Ich hatte da auch zum ersten Mal ein Schnitzmesser in der Hand. Aber nachdem ich mir einen richtig tiefen Schnitt verpasst hatte, habe ich damit aufgehört", erzählt Cathrin Schaarschmidt. Jule ist noch im Schnitzverein und ihre Mutter hatte die Hände der Schnitzer fotografiert.

Kooperation mit Junger Gemeinde

"Ich war fasziniert, denn das sind grobe und zerfurchte Hände und können doch solche filigranen Kunstwerke schnitzen", ist die 51-Jährige fasziniert. Vor zwei Jahren dann hat sich Cathrin Schaarschmidt ganz bewusst auf die Suche begeben, sie hat fas Jagd gemacht.

Ihre Kamera samt Teleobjektiv hat die gelernte Fotolaborantin, die in Cunersdorf als Bilddesignerin arbeitet, sowieso immer dabei. "Die meisten Leute merken gar nicht, wenn ich ihre Hände fotografiere", sagt Cathrin Schaarschmidt, die aus knapp 300 Motiven gemeinsam mit der Jungen Gemeinde des Ortes die Bilder für ihre Ausstellung ausgewählt hat.

Hände mit Wiedererkennungswert

Ein roter Faden zieht sich durch die Ausstellung, das ist der Weg des Lebens. Baby- und Kinderhände machen den Anfang und auch die Hände von Mutter und Vater, die den kleinen Händchen Schutz und Halt geben. Weiter geht es mit musizierenden Händen und dem Verliebtsein, dem Hand halten, es folgen Hände, an denen Ringe blitzen oder die den Brautstrauß halten. Dann kommen trauernde und flehende Hände, vom Leben gezeichnet und doch zum Leben gehörend.

Viele Besucher kamen zu Cathrin Schaarschmidt, als sie einen Rundgang durch die Ausstellung gemacht haben. "Die sagten, sie hätten ihre Hände erkannt - und sie waren immer stolz darauf." Die Ausstellung ist bis zum 1. Oktober zu den Gottesdiensten und auch auf Anfrage unter 03733/608390 zu sehen. Die Fotografien können auch erworben werden, der Erlös fließt in die Finanzierung der neuen Kirchenglocken und des Festjahrs anlässlich der 650-Jahrfeier von Cunersdorf.