Damit auch morgen noch Heuduft in der Luft liegt

Bergwiesen Naturschutzgroßprojekt im Erzgebirge stößt nicht überall auf Wohlwollen

Erzgebirgskreis. 

Erzgebirgskreis. Mit dem Vorschlag, ein Naturschutzgroßprojekt für Bergwiesen im Raum Satzung-Kühnhaide-Rübenau zu schaffen, ergibt sich eine einmalige Gelegenheit, Unwiederbringliches unserer Natur zu bewahren und wiederherzustellen. Gerade in diesem Raum befinden sich noch viele Bergwiesen, deren Erhaltung für die Menschen sehr wichtig ist. Bedingt durch die moderne Landwirtschaft mit Einsatz von Pestiziden geht die biologische Vielfalt leider rapide zurück. "Wiesenblumen vertragen keine Düngung und keine Gülle. Auch vom Insektensterben hat sicher jeder schon gehört. Wer kann in unserer Natur noch Braunkehlchen, Kiebitze und andere Bodenbrüter beobachten? Insekten und Vögel, wie auch das Birkhuhn, verschwinden lautlos aus unserem Umfeld", so der Naturfreund und Arzt Dr. Hans-Hendrik Knäbchen. Er selbst liebt die Natur seit Kindesbeinen. "Natur zu erhalten, besonders dort, wo die Ausgangsbedingungen noch relativ gut sind, muss zu den Prioritäten gehören. Mich macht es traurig, dass besagtem Naturschutzgroßprojekt von vielen Seiten Ablehnung zuteil wird. Sollten wichtige Entscheidungen dazu nicht von kompetenten Fachleuten getroffen werden? Ich denke, wir können intakte Natur, die ja ohnehin nur auf einem Bruchteil unserer Flächen noch zu finden ist, nur dann bewahren, wenn wir auch einzelne, damit verbundene Einschränkungen akzeptieren", so Knäbchen weiter.

Sollte jede Interessengruppe auf uneingeschränkte Wahrung ihrer Möglichkeiten bestehen, hat Natur keine Chance. Bestehende Existenzängste Einzelner, welche bei solchen Projekten oftmals hervorgerufen werden, kann meist mit Hilfe groß angelegter Förderprogramme und Ausgleichszahlungen für entstandene Nachteile entgegen gewirkt werden. "Ich würde mich sehr freuen, wenn das Projekt im Interesse von uns allen und unserer Kinder realisiert werden könnte und damit die Natur in einem kleinen, aber besonders sensiblen Bereich in ihrer Einzigartigkeit geschützt werden kann", erklärt Dr. Hans-Hendrik Knäbchen abschließend.