Darum ist diese Kirmes im Erzgebirge eine ganz besondere

Während andernorts Kommunen oder große Vereine für die Jahreshöhepunkte sorgen, ergreifen in diesem kleinen Ort Freizeitkicker die Initiative und bereichern das kulturelle Leben

Schlößchen

So klein Schlößchen auch ist: Große Feste wurden in diesem Ortsteil von Amtsberg schon immer gefeiert. Inzwischen würde es die traditionelle Kirmes aber wahrscheinlich nicht mehr geben, wären da nicht die Freizeit-Fußballer des SV Blau-Weiß Schlößchen.

Ihr idyllisch am Waldrand gelegener Sportplatz ist am kommenden Wochenende bereits zum 30. Mal Austragungsort des Dorffestes, das von Freitag bis Sonntag ein buntes Programm bietet. „Für die ganze Familie ist etwas dabei“, sagt Präsident Mario Meinig aus Chemnitz Hormersdorf, der selbst das beste Beispiel dafür ist, wie verrückt die Gastgeber sind und wie viel Herzblut sie in die Veranstaltung stecken.

Gekommen um zu bleiben

Einst kam Meinig als Spieler einer anderen Mannschaft nach Schlößchen. Dort verspürte er so viel Herzlichkeit und Gemütlichkeit, dass der Chemnitzer danach öfter kam. Inzwischen steht er sogar an der Spitze des kleinen Vereins, der in keinem Liga-Betrieb vertreten ist.

Und doch sind die Fußball- und die Tischtennis-Gruppe enorm wichtig für die 57 Vereinsmitglieder. Sogar eine Gruppe von Modelleisenbahnern gibt es dem Verein, der schon bald nach seiner Gründung im Jahr 1994 die kulturelle Ader in sich entdeckte. Schließlich wurde schon bald die Kirmes organisiert, die in diesem Jahr mit der 30. Auflage ein Jubiläum erlebt.

Auch Fußballgolf wird gespielt

„Wir hatten auch schon hochkarätige Bands hier“, berichtet Meinig. Inzwischen seien solche Attraktionen zu teuer. Außerdem ist es mittlerweile ohnehin die Gemütlichkeit, die das Dorffest der Blau-Weißen ausmacht. So wird am Freitag, den 26. Juni, ab 18 Uhr erst einmal das traditionelle Fußball-Turnier ausgetragen, das im Vorjahr sage und schreibe zwölf Mannschaften anlockte.

Am Samstag geht es um 10 Uhr mit einem Nichtaktiven-Turnier im Tischtennis weiter, ehe 14 Uhr die Volleyballer ans Netz gehen und 17.30 Uhr ein Grillabend mit Musik folgt. „Auch Fisch wird dabei geräuchert“, macht Meinig Appetit. Der Sonntag steht ab 11 Uhr ganz im Zeichen des Familienfestes, bei dem interessante Stationen wie Gummistiefelweitwurf und Fußballgolf zu meistern sind.

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