Das eigene Schicksal steht im Hintergrund

Ehrenamt Renate Langer sammelte für Elternverein krebskranker Kinder

Olbernhau. Renate Langer ist 60 Jahre alt, selbstständige Kunsthandwerkerin und hat in ihrem Leben schon einige Schicksalsschläge verkraften müssen. Als sie gemeinsam mit ihrem Mann vor 22 Jahren als "Olbernhauer Mannlschnitzer" ihr kleines Geschäft eröffnete, hätte sie sich nicht träumen lassen, dass sie damit irgendwann allein da steht. Doch so kam es als ihr Mann vor sechs Jahren an einer Krebserkrankung verstarb. "Ich habe ein Jahr überlegt und mich dann entschieden weiterzumachen", erinnert sich Renate Langer. Ein kompletter Neuanfang, denn sie zog mit der kleinen Firma in ihr Elternhaus um. Auch als sie in diesem Jahr selbst ernsthaft erkrankte warf sie die Flinte nicht ins Korn. Sie nahm sogar, wie in jedem Jahr davor, am Tag des traditionellen Handwerks teil. Dabei sammelte sie mit einem Spiel und einer Blindversteigerung von Volkskunstartikeln sogar noch Spenden. Über 200 Euro konnte sie dem Elternverein krebskranker Kinder übergeben. Gabriele Reichhold, Vereinsmitglied der Elterngruppe Erzgebirge und selbst betroffene Mutti, bedankte sich bei einem Besuch im Geschäft von Frau Langer persönlich für das Engagement. "Wir sind als Verein auf die Spenden angewiesen und versuchen damit ein bisschen Freude in den Alltag der Kinder zu bringen, finanzieren zum Beispiel Ergotherapeuten auf der Kinderkrebsstation in Chemnitz", erläuterte sie.

Den Kontakt zu Renate Langer hatte der Verein schon vor einigen Jahren gefunden. Seitdem wird er von ihr unterstützt. "Wenn man selbst betroffen ist, wird man sensibler und offener für solche Themen. Deshalb war es für mich keine Frage, dem Verein nach besten Kräften zu helfen", sagte die Olbernhauer Kunsthandwerkerin.