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Das Frauengefängnis Hoheneck birgt eine Menge Geschichte

Geschichte Stollberger ist als Gästeführer unterwegs und nimmt Interessierte mit in die Vergangenheit

Stollberg. 

Stollberg. Am Areal Stalburc / Hoheneck in Stollberg laufen bis dato Bau- und Sanierungsmaßnahmen und somit sind auch keine Führungen durch die Räumlichkeiten des ehemaligen Frauengefängnisses möglich. Doch schon jetzt fiebert man dem Tag entgegen, wo alles fertig ist.

 

Den jungen Leuten von früher erzählen

Hinter den Mauern steckt eine ganze Menge an Geschichte. Der Stollberger Gunter Weißbach ist dort Gästeführer und das mit Herz und Seele: "Mir macht das Spaß. Am Herzen liegt es mir besonders den jungen Leuten von früher zu erzählen." Weißbach nimmt Interessierte ein stückweit mit in die Vergangenheit und erklärt, was früher gewesen ist. "Zeit hatte ich und Interesse auch, also habe ich mich zwei Führungen angeschlossen, um zu sehen, wie das Ganze abläuft. Ich habe Bücher gelesen, mir weiteres Wissen angeeignet und seit 2015 bin ich selbst Gästeführer", erzählt Weißbach: "Die Leute, die eine solche Führung mitmachen, sind sehr diszipliniert, aufmerksam und hören zu. Besonders spannend ist es immer, wenn ehemalige Hoheneckerinnen dabei sind, die aus ihrer Geschichte erzählen."

Säuglinge wurden von den Müttern getrennt

Wie Weißbach erklärt, sind im Frauengefängnis 57 Kinder geboren worden und die sind den Müttern nach sechs Wochen weggenommen worden. Das ist immer sehr emotional. Gunter Weißbach erzählt auch über Einzelschicksale.

 

"Ich war schon im Bett, als die Nachricht kam."

An den 9. November 1989 erinnert sich Gunter Weißbach persönlich gut. Der langjährige Bäckermeister, der heute seinen Ruhestand genießt, erzählt: "Ich war schon im Bett, als die Nachricht kam, dass die Grenze offen ist, denn als Bäcker muss man zeitig raus. Meine Frau hat mich geweckt und wir haben an dem Abend noch lange Nachrichten geschaut. Und in der Backstube ist dann den ganzen Tag das Radio gelaufen." Eine Sache hat Weißbach noch im Kopf: "Meine Frau hat immer gegen 7 Uhr den Laden aufgeschlossen, wo immer so fünf bis zehn Leute standen. An dem Tag standen die Leute auch, aber es hat keiner den Laden betreten, weil sie angeregt diskutiert haben."



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