Das Handwerk als "Frühwarnsystem"

Treff Landesbischof sucht Gespräch bei Schneeberger Handwerkern

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Der sächsische Landesbischof Carsten Rentzing (l.) hat das Gespräch mit Handwerkern aus der Region gesucht. Foto: R. Wendland

Schneeberg. In welchem Kontext stehen Kirche und Handwerk? Der sächsische Landesbischof Carsten Rentzing, der jetzt im Rahmen einer Visitation des Kirchenbezirkes Aue das Gespräch zu Handwerkern aus der Region in Schneeberg gesucht hat, erklärt dazu: "Es gibt eine jahrelange enge Verbindung zwischen Handwerk und Kirche. Das Handwerk hat eine gewisse Ursprünglichkeit, die an Überlieferung und Tradition festhält. Das führt zu einer inneren Verwandtschaft zu dem, was auch die Kirche bewegt."

Das Handwerk als Indikator

Der Anteil der kirchengebundenen Handwerker sei höher als der Anteil der Gesamtbevölkerung an der Kirche, so Rentzing. Es sei wichtig, ins Gespräch zu kommen. Das Handwerk sei ein Indikator dafür, wie es den Menschen in einer Region insgesamt geht. "Es ist sehr deutlich, dass uns das Handwerk immer ein Signal mit auf den Weg gibt, ob es der Region gut geht und ob es Abwanderung gibt, soziale Verwerfungen oder auch andere Dinge", erklärt der Landesbischof, der das Handwerk als "Frühwarnsystem" sieht.

Es sei interessant, an der Basis zu hören, wie sich die Handwerker fühlen, welche Perspektiven sie für sich sehen und wie sie die Lage der Region einschätzen. Carsten Rentzing zollt dem Handwerk Respekt: "Ich bewundere Menschen, die aus Rohmaterial etwas formen und schaffen."

Veränderungen würden helfen

Was sich beim Handwerker-Abend in Schneeberg herauskristallisiert hat, ist, dass die Gesetzgebungen und Vorschriften seitens der Politik es den Handwerkern nicht gerade leicht machen. Gerd Bauer von der Curt Bauer GmbH aus Aue sagt: "Es ist sicher schwierig, wenn man es mit Bürokratie zu tun hat, Auflagen erfüllen muss und man sich nicht voll aufs eigentliche Geschäft konzentrieren kann." Es ist kein Geheimnis, dass sich Handwerker an dieser Stelle Entlastung wünschen.