Das kleinste Raubtier der Welt wohnt jetzt in Aue

Tiere Merle ist in den "Zoo der Minis" eingezogen und ist damit das einzige Mauswiesel in einem deutschen Zoo

Foto: Georg Ulrich Dostmann

Aue. Das kleinste Raubtier der Welt, das Maus- oder Zwergwiesel, ist nun wieder im Auer Tiergarten "Zoo der Minis" zu Hause. Aus einer Wildtierauffangstation aus Bremen kam die kleine Merle nach Aue. Sie wurde mit der Flasche aufgezogen und kann nicht mehr ausgewildert werden.

Der Schrecken aller Mäuse

Mauswiesel Merle macht ihrem Namen alle Ehre, denn sie ist winzig wie eine Maus und flink wie ein Wiesel. Ein Mauswiesel (lat. Mustela niralis) ist der Schrecken aller Mäuse. Bei einer Mäuseplage sollte man sich statt einer ganzen Katzenmeute nur ein einziges Mauswiesel halten. Das spitznasige Raubtier mit den funkelnden schwarzen Äuglein ist unbestritten einer der besten Mäusejäger. Es ist selber so flink und geschmeidig wie sein liebstes Beutetier und kann täglich bis zu 100 Mäusefangen. Selbst den Kampf mit großen bissigen Ratten und Hamstern scheut es nicht.

Für Martin gab es keine Frau

In der freien Natur bekommt man das Mauswiesel, auch "Hermännchen" genannt, nur äußerst selten zu sehen. Das liegt ganz einfach daran, dass es außergewöhnlich scheu ist. Vor ca. 15 Jahren lebte schon einmal ein Mauswiesel im Auer Tiergarten, das hieß Martin. Leider war er nur sechs Jahre da, denn Mauswiesel werden leider nicht alt. Leider konnte für Martin damals auch keine Partnerin gefunden werden.

Noch ein paar Tage muss Merle hinter den Kulissen bleiben, aber dann darf sie (voraussichtlich am Donnerstag) in ihr Freigehege ziehen. Der Auer Tiergarten ist übrigens momentan der einzige Zoo Deutschlands und einer von fünf in ganz Europa, der ein Exemplar dieser kleinen Räuber zeigt. Merle ist ca. 12 cm lang, wiegt etwa 60g und ist zwischen sechs bis acht Wochen alt.