Das Vermächtnis eines Soldaten wird ausgestellt

Ausstellung Erinnerung an das Grauen des Krieges in Rothenthal zu sehen

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Der Soldat lauert auf den richtigen Moment. Gezeichnet hat ihn Walter Engelhardt. Repro: Jan Görner

Rothenthal. "Das Vermächtnis eines Soldaten". Simona Buschmann hat es gemeinsam mit ihrem Mann Jörg Buschmann bewahrt. Regelmäßig machen sie es der Öffentlichkeit zugänglich, damit niemand das Grauen vergisst und an die gefallenen Väter, Großväter, Brüder und Söhne, die auf den Schlachtfeldern gefallen sind, erinnert wird. Derzeit ist die Sammlung im haus der Begegnung zu sehen.

Walther Engelhardt ist Jörg Buschmanns Großvater. Er fiel am 28. Februar 1943 in der Nähe von Smolensk. Zwei Tage vorher schickte er seinen letzten Brief an seine Frau Magdalena. Sie ist damals schwanger gewesen. In einem anderen Brief schrieb er vom Weihnachtsfest an der Front. Weihnachten 1941 fiel aus, weil Maria keinen Passierschein bekam. Mit Galgenhumor begegnete er damals der Sehnsucht nach der erzgebirgischen Weihnacht, die der Rübenauer so sehr liebte.

Briefe, Zeichnungen und noch mehr

Die Briefe sind Teil der Ausstellung. Jeder kann sie lesen. Walter Engelhardt lernte den Beruf des Zimmermanns. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Holzdrechsler und Schnitzer. Außerdem malte und zeichnete er gern. Selbst im Krieg ließ er kein Stückchen Papier einfach so zurück. Mit dem Bleistift hielt er vor allem das Grauen fest. Ein Soldat liegt mit der Stabhandgranate in seinem Loch, bereit zum Sprung oder zum Wurf. Auf einem anderen stützen sich zwei erschöpfte Kameraden. Ein Stahlhelm liegt auf einem Kreuz im Nirgendwo.

Den dritten Teil der Schau bilden seine Figuren. Auch die erzgebirgische Krippe, die sonst bei den Buschmanns steht, ist dort zu sehen. Die Figuren sind echte Rübenauer, die früher gelebt haben. Außerdem hat er Anton Günther geschnitzt sowie ein altes Ehepaar am Kachelofen sitzend. Auch typisch erzgebirgische Motive hat Walter Engelhardt geschnitzt. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 4. Juni, mittwochs bis sonntags von 15 bis 20 Uhr.