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Der Bau eines Pflegeheims sorgt für Ärger

Neubau Anwohner fühlen sich von Gemeinde und Baufirma übergangen

Neukirchen. 

Neukirchen. In Neukirchen wurde im Mai mit dem Bau eines neuen Pflegeheims an der Markersdorfer Straße begonnen. Die anwohnenden Familien Toste und Schmidt befürworten grundsätzlich den Bau des Pflegeheims, ärgern sich aber aus verschiedenen Gründen über die Gemeinde und die Baufirma. "Es gab bis heute keine Kommunikation mit uns über die Planung und wir haben erst in der Presse erfahren, dass das Pflegeheim vier Geschosse haben wird. Wenn es zu hoch gebaut wird, verlieren wir unseren Ausblick", sagt Markus Schmidt.

 

Die Beschwerden häufen sich

Auf Nachfrage bei der Gemeinde sei ihnen mitgeteilt worden, dass die Einrichtung kleiner werden würde. Ihre Aussicht ist bereits seit Baubeginn durch einen großen Erdhaufen versperrt. "Zudem haben die Bauarbeiter die Wurzeln einer über 200 Jahre alten Linde auf unserem Grundstück herausgerissen und beschädigt und sie tun nichts, um den Baudreck einzudämmen", ärgert sich Gabriele Toste. Die Familie Schmidt befürchtet außerdem, dass die aufgestellten Bauüberwachungskameras ihr Grundstück filmen.

Dazu kommt, dass durch Rüttelarbeiten eine Scheibe ihrer Garage gesprungen ist. Die Baufirma wäre nicht bereit, mit den Familien zu sprechen. "Außerdem haben wir in unserem Haus zwei Mietwohnungen. Eine Mieterin hat bereits angekündigt, auszuziehen, die andere Wohnung kriegen wir wegen des Baus nicht vermietet", berichtet Andrea Schmidt. Die Theed Projektgruppe als Investor und Bauträger sowie die Gemeinde Neukirchen weisen die Vorwürfe zurück. "Jeder Bürger kann sich bei der Gemeinde informieren, an Gemeinderatssitzungen teilnehmen oder Baugenehmigungen einsehen", sagt Bürgermeister Sascha Thamm. Zudem verweisen sie auf die Informationen iim Amtsblatt und auf einem Bauschild.

 

Antwort des Geschäftsführers

Zur Höhe des Gebäudes ist im Bebauungsplan festgelegt, dass vier Vollgeschosse errichtet werden dürfen. Das Untergeschoss verschwindet im hinteren Teil in der Erde, sodass das Gebäude optisch gesehen auf der rechten Seite des Grundstückes dreistöckig ist, auf der linken vierstöckig. Geschäftsführer Lutz H. Uhlig von der Theed Projektgruppe bekräftigt, dass die Überwachungskameras lediglich das Baugrundstück zeigen.

Während ihnen die gesprungene Scheibe nicht bekannt ist, räumen sie ein, dass die Endausläufer der Wurzeln der Linde teilweise beschädigt wurden. Er sagt: "Allerdings ist der Linde nichts passiert. Sollte das noch geschehen, werden wir natürlich die Verantwortung dafür übernehmen." Die Baufirma setze zur Eindämmung des Baudrecks bei großen Staubaufkommen teilweise Sprühnebel ein. Weiterhin halte man sich an alle Vorschriften des Bau- und Ortsrechts. Lutz H. Uhlig bekräftigt: "Bei Problemen kann jederzeit auf uns zugekommen werden."



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