Der heiße Draht zur Welt

Der Fachmann rät: Die neue Zukunft der alten Antennenleitungen

Das hätten die Initiatoren der Antennengemeinschaften trotz ihres Pioniergeistes um 1980 nicht zu träumen gewagt, als sie in aufopferungsvoller Gemeinschaftsarbeit das begehrte Westfernsehen in viele Wohnzimmer brachten.

Denn 30 Jahre später, in Zeiten weltweiter Internetkommunikation ist es genau dieses Antennenkabel, welches die begehrte hohe Datenrate problemlos jedem Teilnehmer liefern kann. Theoretisch sind 400.000 kbit/s möglich. Sogar telefonieren kann man, und das zusätzlich zum analogen und digitalen TV und Radio und obendrein noch sehr preiswert. Als Übertragungsleitung kann nur Glasfaserkabel mithalten. Das müsste aber erst mal kostspielig verlegt werden. Somit hat jeder Haushalt mit Kabelanschluss quasi den "Heißen Draht zur Welt".

Dass diese Technik, DOCSIS - Internet über Antennenkabel - hervorragend funktioniert, beweisen heute schon viele Kabelnetzbetreiber. Die RFE Schwarzenberg GmbH bietet in Zusammenarbeit mit der km3 teledienst über die Kabelanlagen in Beierfeld, Waschleithe, Lauter, Schwarzenberg, Bockau und Johanngeorgenstadt (Rittersgrün in Planung) das schnelle Internet via Antennenkabel an. Nur wissen das die meisten noch nicht und begnügen sich mit eher provisorischen oder teuren Varianten. "An dieser Stelle möchte ich allen Teilnehmern unseres Kabelnetzes, die Angst vor der momentan diskutierten Gema-Problematik nehmen", sagte Volker Fischer und erläuterte: "Unsere Firma hat schon von Anfang an die Urheberrechtsabgaben gesetzeskonform entrichtet. Somit herrscht Rechtssicherheit für die Zukunft. Halsbrecherische Nachzahlungen oder sogar Gerichtsprozesse haben wir nicht zu befürchten. Wobei ich jedoch keinesfalls die Praxis der Gema und anderer Verwertungsgesellschaften unterstütze. Gemeinsam mit betroffenen Antennengemeinschaften und engagierten Politikern kämpfen wir für die Abschaffung der Urheberrechtsabgaben auf Kabelnetze."