Der Heilige Geist erscheint öfters

Das Wort zum Sonntag von Gottfried Riedel

Pfingsten - das Fest des Heiligen Geistes - wird in den Kirchen erst am Sonntag gefeiert. Für mich ist Pfingsten aber öfter: Weil ich finde, dass man den guten Geist Gottes immer wieder spüren kann. Neulich in meiner Kleingartenanlage. Ein älterer Herr freut sich, dass in diesem Jahr so viele Blüten an seinem Kirschbaum sind. Doch dann verfinstert sich seine Miene: "Leider kann ich sie selbst nicht ernten, weil ich mich nicht mehr auf die Leiter traue. Und meine Kinder wohnen in Australien, da lohnt der weite Weg nicht, wenn die Früchte reif sind." Doch der ältere Herr hat einen jüngeren Gartennachbar, der die Worte hört und über den Gartenzaun zuruft: "Was meinst Du Väterchen, wen ich dir dabei helfe?" Dieses Gespräch war für mich etwas Besonderes. Ich habe gestaunt über die Spontanität und Motivation des jungen Mannes und Gartenfreundes. Darüber, wie Dinge funktionieren, wenn Menschen sich vernetzen und jeder einen kleinen Teil beiträgt. Das schönste aber waren die leuchtenden Augen des Seniors. Und ich glaube: In alledem war etwas zu spüren von Gottes Geist. Dem Geist, der Menschen lebendig macht, motiviert, und vor allem untereinander verbindet.