Gern wäre Lars‘ Vater Roland Profifußballer geworden, doch die schwere Nachkriegszeit machte ihm das unmöglich. Umso mehr investierte er, damit es sein Junge im Sport mal richtig weit bringt. Als Lars - am 21. Juni 1982 im niedersächsischen Bad Harzburg geboren - mit fünf Jahren beim heimischen SV Vienenburg zu trainieren begann, war sein Papa der erste Trainer.
Erste Profistation Braunschweig
Klar war der stolz, als sein Sohn als Siebzehnjähriger aus dem kleinen Ort am Nordrand des Harzes ins Nachwuchszentrum der Braunschweiger Eintracht wechseln durfte. Über die A-Jugend- und die zweite Mannschaft empfahl sich der Stürmer für den Zweitligakader, wo er im Oktober 2002 sein Debüt bekam. Wohl war der Abstieg im Jahr darauf bitter, doch wuchs für den jungen Spieler in der Regionalliga die Chance Fuß zu fassen. Lars profilierte sich, bestritt in sechs Jahren 130 Punktspiele, schoss dabei 31 Tore und feierte 2005 mit dem BTSV den Wiederaufstieg in Liga zwei. Danach traf er etliche Male auf seinen jetzigen Arbeitgeber, den FC Erzgebirge Aue. "Ich erinnere mich gut an knackigen Frost im Erzgebirge und wie schwer du es vor den lautstarken Heimfans dort als Gast hast."
Große Zeit in Magdeburg
Nachdem die Braunschweiger erneut abgestiegen waren, ging Fuchs 2008 zum VfL Osnabrück und anschließend nach Jena. An beiden Stationen war er nicht glücklich, ganz anders als in Magdeburg, für den er 2009/10 und 2013 bis 2016 stürmte. "Beim FCM hatte ich meine erfolgreichste und schönste Zeit als Spieler. Krönung war 2015 der Drittliga-Aufstieg unter Trainer Jens Härtel." Insgesamt absolvierte der Angreifer für die Elbestädter 109 Ligaeinsätze, erzielte dabei 43 Treffer.
Trainerlaufbahn 2016 gestartet
Nach dem verletzungsbedingten Karriere-Aus jobbt Lars Fuchs ab 2016 erst als Co-Trainer (unterm Ex-Auer Marco Kurth), dann als Verantwortlicher der U17 des 1. FC Magdeburg. Anschließend arbeitete der Niedersachse im Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96, das damals von Michael Tarnat geführt wurde und wo Christoph Dabrowski Trainerkollege war. 2023 übernahm Lars Fuchs den Nordost-Regionallisten Greifswalder SC als Trainer.
Spielern wieder Freude vermitteln
Erst im Dezember 2025 konnte ihn der damalige Aue-Coach Jens Härtel zum FC Erzgebirge holen, wo er nun dem neuen Cheftrainer Christoph Dabrowski zur Seite steht. Beide wie auch Sportgeschäftsführer Michael Tarnat kennen sich nicht nur aus Hannover-Tagen, sie verbindet auch die Sicht auf den Fußball. "Die Tabellensituation und die Veränderungen der letzten Monate gehen an den Jungs nicht vorbei. Spieler sind verunsichert. Wir versuchen ihnen Lockerheit und Freude am Fußball zu vermitteln, um mit dem Druck umzugehen", erklärt der Co-Trainer und weckt Motivation: "Spieler, die das jetzt mit Aue schaffen, haben dann auch eine echte Zukunft im Profifußball!"
Fußball-Gen an Söhne vererbt
Obwohl Lars Fuchs noch neu ist "im Schacht", der Verein gefällt ihm. Ehrlich, familiär, loyal dem Erzgebirge gegenüber, Tradition, tolle Fankultur. "Als Harzer komme ich gut mit der bodenständischen Art der Leute klar. Auch meine Heimat ist keine reiche Gegend, die Menschen müssen das Beste draus machen", vergleicht der Neu-Erzgebirger und freut sich, dass Vater Roland schon einige Male live im Stadion war: "Die ganze Familie freut sich über meinen Job hier, auch wenn sie mich jetzt selten sehen. Und ich freue mich, wenn meine beiden Söhne ihren Weg im Fußball gehen", meint der Fußballverrückte und verrät ,dass Ben (18) Verteidiger in der U19 von Eintracht Braunschweig und Lin (10) bei Lars‘ Heimatverein SV Vienenburg am Ball ist.
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