Die Freiheit hat auch ihre Grenzen

Das Wort zum Sonntag von Carsten Weber

"Die Würde der menschlichen Person kommt den Menschen unserer Zeit immer mehr zum Bewusstsein." Mit diesen Worten beginnt eines der zukunftweisenden Dokumente des II. Vatikanischen Konzils, das vor über 50 Jahren eröffnet wurde. Es handelt sich um die Erklärung über die Religionsfreiheit, die in einigen Kreisen bis heute immer noch abgelehnt wird und von anderen als entscheidender "Paradigmenwechsel" in der Kirchengeschichte bezeichnet wird.

Das II. Vatikanische Konzil erklärt, dass die menschliche Person das Recht auf religiöse Freiheit hat. In religiösen Dingen darf niemand gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu handeln.

Das Konzil weiß auch um die Grenzen der Religionsfreiheit. So hat die bürgerliche Gesellschaft das Recht, "sich gegen Missbräuche zu schützen, die unter dem Vorwand der Religionsfreiheit vorkommen können." Die Freiheit hat ihre Grenze, wo das gerechte Zusammenleben aller Bürger miteinander, der öffentliche Frieden und die Wahrung der öffentlichen Sittlichkeit gefährdet sind. Gerade jetzt im angesichts der massenhaften Flüchtlingsströme für uns in Deutschland und Europa so nötig, damit wir versöhnt mit unserer Geschichte aus unseren starken Wurzeln heraus, die immer auch religiös geprägt waren und sind, in eine gute, friedliche und humane Zukunft gehen können.