Die Laute klingt gar nicht mehr leise

TOURISMUS Musikwanderung rund um den Spiegelwald

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Christian Hostettler spielt auf der 14-saitigen Liuto forte in der Bernsbacher Kirche. Foto: Leischel

Grünhain-Beierfeld. "Wir wollen uns die Zeit bis zum nächsten Musikfest Erzgebirge im September 2018 nicht zu lang werden lassen. Deshalb sind die Freunde des Musikfestes Erzgebirge auch dieses Jahr wieder ganz herzlich eingeladen, an unserer kleinen Musikwanderung im Rahmen der Erzgebirgischen Wanderwochen rund um den Spiegelwald teilzunehmen." Mit diesen Worten begrüßte Oliver Geisler die über 100 Teilnehmer, die sich Anfang Mai zum Start in der St. Nicolaikirche in Grünhain eingefunden hatten.

Begleitet wurde die Tour von dem Beierfelder Wanderleiter Ludwig Unger, die über Bernsbach, Beierfeld zurück zum Spiegelwald-Plateau vor dem König-Albert-Turm führte und von dem Bernsbacher Wanderleiter Siegfried Schubert, der den Blick über den Balkon des Erzgebirges erläuterte, unterstützt wurde.

An den vier musikalischen Rastpunkten trafen sie auf Christian Hostettler. Der Schweizer spielte auf einem 8-saitigen und einem 14-saitigen Liuto forte sowie zwei spanischen Konzertgitarren Werke von Gazpar Sanz, von John Dowland, Carlo Domeniconi, Heitor Villa Lobos und Francisco Tarrega.

TU Dresden entwickelt die Laute weiter

Christian Hostettler erläuterte in der Bernsbacher "Kirche zu Ehre Gottes" die Feinheiten des Instruments: "Die historischen Lauten sind für Konzerte im Orchester eigentlich zu leise. Deshalb wurden von der TU Dresden mit allen Mitteln der Kunst, Physik, Wissenschaft und Werkstoffspezialisten geforscht und durch unzählige Versuche mitgedacht. Damit begann ein neues Kapitel in der Geschichte dieser Zupfinstrumente. Die Laute ist nämlich, ganz im Gegensatz zu Violine oder Klavier, den Entwicklungen der europäischen Musik von der Mitte des 18. Jahrhunderts an nicht mehr gefolgt."

Danach begaben sich die Wanderfreunde auf den Weg in die "Peter-Pauls-Kirche" nach Beierfeld, wo ebenfalls ein weiteres Haltepunkt-Konzert in dem historischen Gotteshaus stattfand. Die zehn Kilometer und über vier Stunden dauernde Wandermusik fand mit den Klängen der Barockgitarre auf dem Spiegelwald-Plateau ihren von stürmischem Applaus bedachten Abschluss.