Die nächtlichen Konzerte im Schlafzimmer

Ratgeber Die Ursachen des Schnarchens sind multifaktoriell

Aue. Das Licht geht aus und das Konzert beginnt: meist sind es die Frauen, die ein Lied davon singen können. Ein Schnarcher im Nachbarbett kostet nicht nur Nerven, sondern auch wertvollen Nacht-Schlaf. Abhängig vom Alter sind es tatsächlich 60 Prozent der Männer, die schnarchen, doch auch 40 Prozent der Frauen sind betroffen und selbst 10 Prozent der Kinder. Diese Geräusche entstehen durch flatternde Bewegungen der Atemwege beim Atmen.

Was genau das "Sägen" verursacht, lässt sich schwer auf den Punkt bringen und verallgemeinern. "Es gibt keine fassbare Einzel-Ursache. Jeder Mensch schnarcht aus einem anderen Grund. Das Schnarchen ist multifaktoriell und es spielen viele Sachen zusammen", erklärt Andreas Böhlke, Oberarzt der Klinik für HNO am Helios Klinikum Aue. Was kann man präventiv tun? An der Stelle sagt Böhlke ganz klar: "Man darf einfach nicht zu dick sein. Je dicker man ist, umso mehr schnarcht man." Fakt sei: schlanke Menschen schnarchen deutlich weniger. Und auch bei Übergewichtigen, die abnehmen, lasse sich eine Verringerung feststellen. Eine gesunde Lebensweise spielt also eine Rolle. Ein großes Wort ist auch Schlafhygiene, sprich alles das, was mit dem Schlafen zu tun hat. Es heißt nicht umsonst: wie man sich bettet, so liegt man. Die Therapie-Ansätze sind beim Schnarchen genauso vielschichtig, wie die Ursachen.

Um die Therapie gut planen zu können, gibt es die Möglichkeit der sogenannten Schlafvideoendoskopie. "Dabei bringt man denPatienten mit Medikamenten zum Schlafen und in diesem Zustand wird endoskopiert und geschaut, wo die Ursachen liegen", erklärt Böhlke. Operiert werde in der Regel nur dann, wenn es sich lohnt und der Patient Vorteile daraus ziehen kann.