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"Die Opfer mahnen": Ehrenmal erinnert an ermordete KZ-Häftlinge

Geschichte Todesmarsch jährt sich zum 75. Mal

Bad Schlema. 

Bad Schlema. Es war am 14. April 1945, also heute genau vor 75 Jahren, als 83 KZ-Häftlinge aus dem Flossenbürger Außenlager Mülsen St. Micheln während eines fast 800 Menschen umfassenden Todesmarsches in Niederschlema am Kohlweg von der SS ermordet wurden. Es war die größte Massenerschießung während eines Todesmarsches in Sachsen und ein dunkles Kapitel der Ortsgeschichte von Bad Schlema.

Ein Ehrenmal zur Erinnerung

Ein Mahnmal und zwei Gedenktafeln erinnern an das grausame Schicksal dieser Häftlinge und auch an 18 sowjetische Soldaten, die nachträglich umgebettet worden sind. Damals waren es Niederschlemaer Einwohner und sowjetische Kriegsgefangene, welche die Leichen der ermordeten Häftlinge an die Stelle des heutigen Denkmals brachten. Dort befinden sich die Reste eines jahrhundertealten Eisenbergwerks. Im unteren Schacht des Bergwerks, der einen Teil der Grabstätte links des Ehrenmals darstellt, und in einem tiefen Tagesbruch, rechts des Ehrenmals, haben die hingerichteten Menschen ihre letzte Ruhe gefunden. Der Rote Stern als Zeichen der Sowjetmacht und der Rote Winkel, dem Symbol, das politisch inhaftierte KZ-Häftlinge auf der Kleidung tragen mussten, sind bis heute als Symbole erhalten.

"Massenmord in Niederschlema"

Die Gedenkstätte befindet sich am Rande von Bad Schlema, auf einer Waldlichtung am Kohlweg. Der Bad Schlemaer Ortschronist Dr. Oliver Titzmann nähert sich in seinem Buch "Massenmord in Niederschlema", das zum 70. Gedenktag an die Opfer vor fünf Jahren veröffentlicht wurde, den dramatischen Ereignissen auf sachliche Art und anhand von Fakten. Seine Quellen sind in nationalen und internationalen Archiven zu finden.

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