Die Wanderung kann beginnen: Schutzzaun für Amphibien

Naturschutz 360 Meter langer Zaun in Grünhain

Grünhain-Beierfeld. 

Grünhain-Beierfeld. Es ist wieder soweit: Sobald die Nächte wärmer werden, gehen die Amphibien auf Wanderschaft, verlassen ihr Winterquartier und ziehen in ihre "Sommerresidenz". Dabei nehmen die Tiere jede Gefahr in Kauf. Sie überqueren Straßen und riskieren damit ihr Leben.

Daher gibt es seit Jahren Naturschutzfreunde, die sich für die Amphibien stark machen. Am vergangenen Wochenende haben die Mitglieder und Unterstützer von Pro Natur Westerzgebirge und des BUND Schwarzenberg auf einer Länge von 360 Metern entlang der Auer Straße in Grünhain einen Amphibienschutzzaun aufgebaut.

Die Krötenwanderung dauert etwa eine Woche

In den Anfangsjahren konnten so zirka 200 bis 300 Kröten und Molche bei ihrer Wanderung zu Naturbad und Fischteich unterstützt und vor dem gefährlichen Überqueren der Straße geschützt werden. Mittlerweile ist die Population stark anstiegen. In den vergangenen Jahren wurden etwa 800 Kröten, Berg- und Teichmolche gezählt.

Dass die Population zu groß werden könnte, glauben die Naturschützer nicht. "Etwa eine Woche dauert die Krötenwanderung", sagt Klaus Richter aus Raschau, der die Aktion alljährlich initiiert. Wann es genau losgeht, lasse sich nicht sagen. "Das hat viel mit der Witterung zu tun. Wir waren manchmal schon im März hier und manchmal dauert es auch bis Mitte April."

Die Tiere landen in einem Eimer und werden dann über die Straße gebracht

Das Zaunsystem ist einfach und funktioniert nahezu perfekt Der zirka 40 Zentimeter hohe Zaun kann von den Tieren nicht überwunden werden. Sie landen deshalb in Eimern, die in der Erde stecken. Morgens und abends werden die Amphibien von zwei engagierten Familien über die Straße gebracht. "Sie erfassen akribisch verschiedene Daten", sagt Klaus Richter.