Direktvermarktung bringt Sicherheit

Landwirtschaft Jörg Nestler bereut Selbständigkeit nicht

direktvermarktung-bringt-sicherheit
Landwirt Jörg Nestler erklärt Kerstin Wieland und ihrem Sohn Jonas, worauf es bei Milchkühen ankommt. Foto: Wagner

Rittersgrün. Landwirte haben es nicht gerade leicht. Hohe bürokratische Hürden und niedrige Milchpreise sind für sie immer wieder eine Herausforderung. Jörg Nestler aus Rittersgrün kann davon ein Lied singen und doch sagt er: "Ich habe den Schritt in die Selbständigkeit nie bereut und bin sehr zufrieden." Angefangen hat Nestler vor 25 Jahren im Nebenerwerb. Klein und fein war der Hof. "Wir hatten 4,5 Hektar, Schafe, Ponys und Hühner", erinnert sich der Landwirt.

Heute sieht das ganz anders aus. Aus dem Nebenerwerb ist längst der Haupterwerb geworden, sind Kinder und Frau ins Geschäft mit eingestiegen: 100 Schafe, 30 Ziegen, zwölf Schweine, 120 Rinder, 800 Legehennen, 170 Gänse, sieben Pferde und vier Hunde, dazu 110 Hektar Grünland, ein Hofladen und zahlreiche pädagogische Angebote gehören zu Nestlers Unternehmen. Zudem haben die Rittersgrüner 2009 einen neuen Kuhstall gebaut.

Einen Hofladen als sicheres Direktvermarkterkonzept

Sowohl Hofladen als auch andere Direktvermarktungsangebote sind eine Reaktion auf den schwankenden Milchpreis, sichern das Einkommen der Familie ab. Dabei partizipiert der Landwirt von einem Umdenken in der Bevölkerung, denn die Gruppe jener Konsumenten, die genau wissen wollen, was sie essen und woher das Fleisch kommt, wird immer größer und damit wächst der potenzielle Kundenkreis.

Ihren Hofladen haben die Nestlers vor fünf Jahren eröffnet. Als Direktvermarkterkonzepte übers Internet aktuell wurden, stiegen auch Nestlers ein: "2015 zunächst in Chemnitz, im vergangenen Jahr dann in Schneeberg und nun auch in Reinsdorf", sagt Nestler. Natürlich schaffe das zusätzliche Arbeit, doch bringe auch Nähe zum Kunden. Mit verschiedenen pädagogischen Erlebnisangeboten erziele man ebenfalls Erfolge. So hat sich Nestlers Frau Birgit zur Kräuterpädagogin ausbilden lassen und bietet beispielsweise Kräuter- und Käsewanderungen an.