Doppel-Jubiläum in Zschorlau

MOTORSPORT Klassik-Rennen erwartet die Fans am bevorstehenden Wochenende

Zschorlau. 

Zschorlau. Wenn am bevorstehenden Wochenende in Zschorlau die Rennmotoren endlich wieder dröhnen, gibt es für den gastgebenden 1. Auer MSC und seine Fans außer dem Comeback nach zwei Jahren Corona-Pause zwei Jubiläen zu feiern. Zum einen feiert man nun die 25. Auflage der Demonstrationsfahrten für historische Renntechnik. Die letzte richtige Veranstaltung war jene im Juli 2019, also vor Corona. Da 2021, leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit, eine Mini-Ausgabe für Fernsehaufnahmen ausgetragen wurde und diese als 24. mitgezählt wurde, kommt es nun also zum silbernen Jubiläum.

 

Vor 60 Jahren erstes Zschorlauer Dreieckrennen

Noch weiter zurück liegt das erste richtige Rennen, welches hier am 24. Juni 1962, also vor ziemlich genau 60 Jahren, hier über die Bühne ging. Vorausgegangen war die Gründung des MC Wismut Aue als erstem Ortsclub des ebenso jungen ADMV im Jahr 1957. Dabei war die Sektion Rennsport eine von deren drei, die zunächst gebildet wurden.

Der Straßenrennsport zählte schon damals zu den populärsten Motorsportdisziplinen, so dass diese Sektion sogleich regen Zuspruch erfuhr. Zahlreiche junge Männer hatten sich dem Verein angeschlossen und übten den Straßenrennsport selbst aus. Dietmar Zimpel war einer von ihnen und zugleich der Ideengeber für die erste eigene Veranstaltung. Mit viel Verhandlungsgeschick gelang es ihm schließlich, dass 1962 das erste Zschorlauer Dreieckrennen gestartet werden konnte.

Am 24. Juni war es schließlich soweit, als auf einem 2,7 km langen Rundkurs inmitten der beschaulichen westerzgebirgischen Kleinstadt ein Lauf zur Bestenermittlung des Bezirkes Karl-Marx-Stadt durchgeführt wurde.

Start und Ziel befand sich auf der Schneeberger Straße Einmündung Schulstraße und als Fahrerlager diente der örtliche Schulhof. Rund 6.000 Zuschauer ließen sich das 1. Zschorlauer Dreieckrennen nicht entgehen.

 

MC Wismut Aue war stark vertreten

Ausgeschrieben waren die Klassen Serienmotorräder bis 125 ccm, 175 ccm, 250 ccm sowie bis 350 ccm. Hinzu kam die Achtelliter-Ausweisklasse, in der mit richtigen Rennmaschinen, vornehmlich den damals dominierenden MZ, gefahren wurde.

Natürlich war der gastgebende Club mit seinen Aktiven stark vertreten. So füllten mit Hans-Joachim Hinkel, Helmut Klinger, Manfred Heger, Paul Zeeh, Peter Wagner, Frieder Mehlhorn, Frank Panhans, Bernd Schmidt, Klaus Pelz, Karl-Heinz Weidauer, Jürgen Hennig, Heinz-Jürgen Grünke, Christof Beck 13 Auer Motorsportler die Starterliste der Klasse bis 125 ccm Serie.

Hartwig Zimpel und Karlheinz Schiffmann gingen in der 175-ccm-Serienklasse an den Start und Manfred Dietrich, Heinz Teumer, Dieter Beyreuther, Peter Knopf und Dieter Weck taten gleiches bei den 250ern.

In der Klasse der Serienmotorräder bis 350 ccm war der Auer Club mit zehn Fahrern bzw. neun Fahrern und einer Fahrerin vertreten, denn neben Jost Ortlepp, Achim Riedel, Bernd Schröder, Peter Förster, Günter Sörgel, Helmut Dehnisch, Werner Roth, Siegfried Weidlich und Hans-Jörg Klötzer gab auch Rosemarie Gläser Gas.

ans Zimmler und Frank Menzel vertraten darüber hinaus den Auer Club in der 125-ccm-Ausweisklasse. Waren mit Günter Bartusch und Sieghard Sonntag bei den Serienklassen junge Talente vertreten, die später noch groß rauskommen sollten, traf gleiches in der 125er-Ausweisklasse auf Helga Steudel, Roland Rentzsch und Hartmut Wagner zu. Zuletzt Genannter ist zwar weniger als Rennfahrer, dafür aber in erster Linie als unvergessener Streckensprecher bekannt.

Rennleiter war damals der Schneeberger Ewald Konrad und die Organisationsleitung lag in den Händen von Horst Michel und Hans Graupner. Der Ex-Rennfahrer Dietmar Zimpel war als Streckenobmann eingesetzt, bevor er für die weiteren Veranstaltungen die Rennleitung übernahm. In den Serienklassen trugen sich die Scheibenberger Klaus Dittenberger (125 ccm) und Heinz Seyfert (175 ccm) sowie die Zschopauer Rudi Postrach (250 ccm) und Heinz Weber (350 ccm) in die Siegerlisten ein. Das Rennen des Tages war jenes der 125er-Ausweisklasse, welches der damalige Zschopauer Klaus Pellert für sich entschied.

 

Neubeginn nach 31 Jahren Pause

Das fünfte (richtige) Zschorlauer Dreieckrennen war am 26. Juni 1966 leider das letzte, doch 1997 stieg man als Veranstalter sukzessive wieder in die erste Liga auf. Die Demonstrationsfahrten für historische Rennfahrzeuge auf dem Zschorlauer Dreieck bilden seit dem das jährliche Highlight im Clubleben des 1. Auer MSC.

Neben wieder zahlreicher Rennsport-Prominenz werden am Samstag und Sonntag der 91-jährige Ex-DKW-Werksfahrer August Hobl aus Ingolstadt sowie das acht Jahre jüngere ehemalige MZ-Aushängeschild Heinz Rosner aus dem benachbarten Hundshübel als Ehrengäste erwartet und sicherlich so manche Anekdote aus ihrer aktiven Zeit berichten können.

Auf der Strecke geht es am Samstag ab 12 Uhr zu den Trainingsläufen rund, an die sich ab 19:00 Uhr im Festzelt das beliebte Rennfahrertreffen anschließt. Am Sonntag beginnt das Programm mit den sich ab Mittag wiederholenden Demonstrationsfahrten 8 Uhr. Autogrammstunden mit den prominentesten Fahrern runden das Programm ab. Der Eintritt kostet am Samstag für Erwachsene 6 Euro und am Sonntag 10 Euro.

 

 

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